«Ich schreibe das, was ich selbst hören will»

Was nach einem Marketingspruch klingt, wird erfahrbar, wenn man in die Musik des österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud (geb. 1974) eintaucht. Eine Musik mit markanter Handschrift, geprägt von dichten und gleichzeitig erfahrbaren Strukturen und einer Fülle von Klangvariationen.

Porträt.
Bildlegende: James Gaffigan. Mat Hennek.

Ein motivischer Kleinsteinfall stehe jeweils am Anfang seines Kompositionsprozesses, verriet Johannes Maria Staud im Interview mit SRF. An diesem Kleinsteinfall beginnt er dann zu schleifen. Wie an einem Diamanten. Er dreht ihn, um ihn von allen Seiten zu begutachten, beginnt den Kleinsteinfall weiterzuentwickeln, fügt ihm neue Ebenen hinzu bis eine ausgewachsene Komposition vor ihm steht. Und falls er mal beim Formen des Kleinsteinfalles nicht weiterkomme? Dann helfe ein Powernap, meint Staud lachend.

Staud ist trotz seines noch jugendlichen Alters in der Komponistenszene bereits fest verwurzelt; er erhält von namhaften Orchestern wie beispielsweise von den Berliner Philharmonikern Kompositionsaufträge, was ihm Öffentlichkeit garantiert.

Franz Schubert hingegen gelang zu seinen Lebzeiten der Durchbruch nicht mit seinen Sinfonien; er wurde von seinen Zeitgenossen vor allem als Liedkomponist gefeiert. Seine achte und letzte Sinfonie Nr. 8 wurde erst elf Jahre nach Schuberts Tod unter Felix Mendelssohn Bartholdy uraufgeführt.

Luzerner Sinfonieorchester
James Gaffigan, Leitung
Midori, Violine

C. M. von Weber: Ouvertüre zur Oper «Oberon»

J. M. Staud: Violinkonzert (Uraufführung)

F. Schubert: Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944 «Grosse»

Konzert vom 27. August 2014, KKL Luzern