Lucerne Festival: Drei moderne Meisterkonzerte und ein Prinz

Hysteresis ist heisst das Klarinettenkonzert von Michel van der Aa, dem diesjährigen composer in redidence beim Lucerne Festiva: Der Instrumentalklang wird elektronisch erweitert und der Solo-Klarinettist mit seinem digitalen Alter Ego konfrontiert. Dazu Ligetis Violinkonzert.

Portrait von Patricia Kopatchinskaja
Bildlegende: «Ligetis Violinkonzert», sagt Patricia Kopatchinskaja, «ist für mich wie ein phantastisches Mosaik.» imago / Rudolf Gigler

«Dieses Konzert», sagt Patricia Kopatchinskaja, «ist für mich wie ein phantastisches Mosaik. Es besteht aus unzähligen kleinen Teilchen. Wenn man die alle richtig zusammensetzt, dann wird es zu einem Ufo, beginnt plötzlich zu fliegen – ein wahnsinniges Gefühl!» Solche Teilchen finden sich auch in Ligetis Klavierkonzert, über das er selbst einmal meinte: «Man sagte, meine Musik sei wegen der vielen Einflüsse eklektisch. Nein, gar nicht! Das ist doch etwas, was bei mir seit Jahrzehnten allmählich wächst. Ich lasse mich zwar anregen, Inspiration habe ich aber selber genug.»

Das vierte Werk des Abends kommt ebenfalls vom Lucerne Festival und ist voller faszinierender Einflüsse: «Der holzgeschnitzte Prinz» ist ein frühes Werk von Bela Bartok und ein spätest-romantisches Stück, in dem es nach Debussy klingt und Richard Strauss und nach Richard Wagner - und unverkennbar nach Bela Bartok. Ein Klangbad, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

György Ligeti: Klavierkonzert
Michel van der Aa: «Hysteresis» für Klarinette, Ensemble und Tonspur
György Ligeti: Violinkonzert

Ensemble der Lucerne Festival Academy
Matthias Pintscher, Leitung
Dimitri Vassilakis, Klavier
Martin Adámek, Klarinette
Patricia Kopatchinskaja, Violine

Konzert vom 26. August 2017, KKL Luzern

Béla Bartók: Der holzgeschnitzte Prinz. Tanzspiel in einem Akt
Orchester der Lucerne Festival Academy
Matthias Pintscher, Leitung

Konzert vom 02.09.17, KKL Luzern

Redaktion: Florian Hauser