Lucerne Festival im Sommer: Drei moderne Meisterkonzerte

«Ligetis Violinkonzert», sagt Patricia Kopatchinskaja, «ist für mich wie ein phantastisches Mosaik. Es besteht aus unzähligen kleinen Teilchen. Wenn man die alle richtig zusammensetzt, dann wird es zu einem Ufo, beginnt plötzlich zu fliegen – ein wahnsinniges Gefühl!»

Solche Teilchen finden sich auch in Ligetis Klavierkonzert, über das er selbst einmal meinte: «Man sagte, meine Musik sei wegen der vielen Einflüsse eklektisch. Nein, gar nicht! Das ist doch etwas, was bei mir seit Jahrzehnten allmählich wächst. Ich lasse mich zwar anregen, Inspiration habe ich aber selber genug. Und das dritte Werk des Abends ist ein rein instrumentales von Michel van der Aa, dem diesjährigen composer-in-residence in Luzern. Was gar nicht so selbstverständlich ist bei einem Komponisten, der mit Vorliebe die Genres mischt und mit Musik, Bild, Film und Szene arbeitet. In Hysteresis ist der Instrumentalklang elektronisch erweitert und der Solo-Klarinettist wird mit seinem digitalen Alter Ego konfrontiert.

György Ligeti: Klavierkonzert
Michel van der Aa: «Hysteresis» für Klarinette, Ensemble und Tonspur
György Ligeti: Violinkonzert

Ensemble der Lucerne Festival Academy
Matthias Pintscher, Leitung
David Kadouch, Klavier
Martin Adámek, Klarinette
Patricia Kopatchinskaja, Violine

Konzert vom 26. August 2017, KKL Luzern

Redaktion: Florian Hauser