Musikwoche Braunwald: Luft von anderen Planeten

«Ich fühle Luft von anderen Planeten» singt die Sopranstimme im 2. Streichquartett von Arnold Schönberg. Es sind tatsächlich die Sterne der Neuen Musik, der Moderne, die Schönberg hier ansteuert.

Die Milchstrasse leuchtet zwischen Bifertenstock, Piz Urlaun und Toedi oberhalb Linthal im Glarnerland.
Bildlegende: Es sind die Sterne der Neuen Musik, der Moderne, die Schönberg ansteuert. Keystone

Den Übergang von einer traditionellen Schreibweise zur neuen Art des Komponierens vollzieht Schönberg 1907/08 auch anhand der Texte des damals hochmodernen Sprachgestalters Stefan George. Die Kombination von Gesang und Streichquartett bedeutet ebenfalls ein Überschreiten der Gattungs-Norm, auf der Suche nach neuen Klängen und Ausdrucksmöglichkeiten. Spätromantisch-expressiv gestaltet der Italiener Respighi die düstere Geschichte des «Tramonto» nach Percy Bysshe Shelley. Ein willkommenes Feld für die Sopranistin Malin Hartelius. Die prominente Schwedin, seit Jahren dem Zürcher Opernhaus verbunden, ist ab Herbst 2016 Gesangsprofessorin an der Hochschule der Künste Bern HKB. Sie kann auf die souveräne Partnerschaft des 2008 gegründeten Gringolts Quartetts zählen, mit dem sie diesen Sommer an verschiedenen Festivals auftritt.

L. van Beethoven: Streichquartett Es-Dur op. 74 «Harfenquartett»
O. Respighi: «Il Tramonto» für Sopran und Streichquartett
A. Schönberg: Streichquartett Nr. 2 fis-Moll op. 10

Gringolts Quartett:
Ilya Gringolts, Violine
Anahit Kurtikyan, Violine
Silvia Simionescu, Viola
Claudius Herrmann, Violoncello
Malin Hartelius, Sopran

Konzert vom 5. September 2016, Hotel Bellevue, Braunwald

Redaktion: Elisabeth Baureithel