Ein Tag im Juni

In der zweiten Folge begleitet «DOK» vier Menschen, die in unterschiedlichen Regionen der Schweiz leben und ganz verschiedenen Jobs nachgehen. Schon morgens um vier, als Riccardo Amorino aufstehen muss, ist es im Juni 2015 23 Grad heiss.

Bea Cadenazzi, Schafhirtin

Die 43-jährige Bündnerin ist am liebsten in der Natur. Während der Sommermonate lebt sie mit ihrer fünfköpfigen Familie in zwei Wohnwagen hinter der Kiesgrube von Hospental. Bea und ihr Mann Michi haben sich bewusst für ein einfaches Leben entschieden. Die beiden hüten im Sommer auf den Bergweiden im Gotthardgebiet 1'330 Schafe. Im Winter zieht Michi allein als Wanderhirte durchs Land, Bea bleibt mit den drei Kindern in Hospental. Bea und Michi ist es wichtig, dass ihre Kinder die Natur schätzen lernen, TV und Computer gibt es nicht. Dafür ist die Familie draussen, wann immer es geht.

Riccardo Amorino, Sprengmeister

Der 55-jährige Sizilianer arbeitet schon seit 13 Jahren auf der Neat-Baustelle und lebt in einer Arbeiterbaracke im Tessin. Riccardo ist Sprengmeister und liebt seinen Job, auch wenn er selten Tageslicht sieht. Das Heimweh jedoch ist stark, viermal täglich telefoniert er nach Sizilien um zu hören, wie es seiner Frau und seinen zwei Kindern geht. Bald ist der letzte Abschnitt der Neat-Baustelle fertig gebaut und Riccardo wird sich eine neue Arbeit suchen müssen.

Claude Perret, Feuerwehrmann

Für den 27-jährigen Basler war von klein auf klar, dass er Feuerwehrmann werden will. Nach einer Ausbildung als Automechaniker hatte er Glück und wurde ins Basler Feuerwehrcorps aufgenommen. Ein begehrter Job, auch wenn die Schichten anstrengend sind. Claude beginnt um halb 8 und hat 24 Stunden Dienst, übernachtet wird dann in der Feuerwehrwache. Seine Einsätze sind vielseitig: Ein Brand in einem Einfamilienhausquartier, ein verirrter Vogel in einem Kamin und auch eine Wasserrettung auf dem Rhein. Nicht immer schaffen die Feuerwehrleute es rechtzeitig.

Christine Fässler, Hebamme

Christine, 45 Jahre alt, ist frei praktizierende Hebamme und Kopräsidentin der Schwyzer Sektion beim Schweizerischen Hebammenverband. Pro Jahr betreut sie 20 bis 25 Frauen in der Zentralschweiz, die zuhause gebären möchten. Christine hat selbst zwei Kinder im Teenageralter und ist mit Josef verheiratet. An einen geregelten Tagesablauf ist in ihrem Haushalt nicht zu denken. Nicht selten muss sie mitten in der Nacht aufstehen, um nach einer Frau zu sehen, die bald gebären wird. Ihr macht das nichts aus. Jede Geburt ist in ihren Augen ein grosses Wunder.

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