Ein Tag im Mai

Die Schweiz ist ein Land, in dem man gerne lebt. Ein Land, in dem fast alles funktioniert. Viele Menschen tragen Tag für Tag dazu bei. Sie sind ein wichtiger Teil unserer Identität. In dieser Folge begleitet «DOK» eine Tierärztin, einen Müllmann, eine Polizistin und einen Landarzt.

Melk Durrer, Landarzt

Melk Durrer hat sein Leben lang eine Hausarztpraxis in Lungern im Kanton Obwalden geführt. Nun lässt er sich pensionieren. Er möchte die Praxis erhalten, da sie die einzige im Dorf ist. Doch es ist schwierig, einen Nachfolger zu finden. Ein Interessent kommt aus dem Iran und ist in Österreich aufgewachsen. Melk arbeitet ihn ein und nimmt ihn auch auf Hausbesuche mit. Privat freut sich der 65-Jährige darauf, bald mehr Zeit für seine Enkel zu haben. Er ist von ganzem Herzen Arzt, jederzeit für seine Patienten da. Deshalb habe er auch viel verpasst, als seine Kinder klein waren, gibt er zu.

Tatiana Lentze, Tierärztin

Die 44-Jährige ist Single und lebt zusammen mit ihren drei Hunden und Katzen in der Nähe von Bern, wo sie eine Kleintierpraxis führt. Doch das ist nur ein Teil ihres Lebens. Einen Vormittag pro Woche arbeitet sie in einem Tierheim und versorgt dort Tierwaisen, wenn diese medizinische Betreuung brauchen. Zudem engagiert sie sich bei der Freiwilligenorganisation «Redog» und bildet in den Abendstunden für das Schweizerische Rote Kreuz Rettungshunde aus.

Reto Baumgartner, Müllmann

Der 29-jährige Innerschweizer ist gelernter Lastwagenfahrer. Seit drei Jahren arbeitet er für die Müllabfuhr der Zentralschweiz. Zusammen mit seinen zwei
Kollegen aus Portugal muss er den Abfall von knapp 3000 Haushaltungen einsammeln und in der Verbrennungsanlage Perlen entsorgen. Reto ging nicht gerne zur Schule und ist froh, diesen Beruf gewählt zu haben. Sein Traum wäre, einmal mit einem richtig grossen Lastwagen durch Australien zu fahren. Aber dafür ist die Zeit noch nicht reif. Reto ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder, die ihn brauchen.

Marianne Preiswerk, Polizistin

Die 41-jährige Baslerin wollte schon immer Polizistin werden. Sie wuchs in einem Kinderheim auf und hat ihre leiblichen Eltern nie kennengelernt. Mit vier Jahren
wurde sie adoptiert, das war ihr grosses Glück. Schon als Kind war sie beeindruckt von Polizisten in ihren Uniformen, aber in den Augen ihres Adoptivvaters war dies keine Option für eine Frau. Trotzdem hat sie sich durchgesetzt und arbeitet nun seit 19 Jahren bei der Basler Verkehrspolizei. Bei Grossereignissen und Fussballmatches muss sie den Verkehr regeln. Als Baselfan macht ihr das besonders Spass. Marianne hat sich auch privat ihre Träume erfüllt. Mit ihren zwei Kindern und ihrem neuen Partner lebt sie als Patchworkfamilie mit Pferden, Hunden und Katzen auf dem Land.

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