Sommerserie 7/8: Eine alte Therapie kommt wieder

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Jährlich sterben 700'000 Menschen an Infektionen mit Mikroorganismen, die gegen Medikamente resistent geworden sind. Millionen leiden an langwierigen Infekten, die chirurgische Eingriffe oder gar Amputationen nötig machen. Doch die Pharmaindustrie bringt kaum neue Antibiotika auf den Markt.

Bildlegende: Getty Images

Eine Hoffnung bietet eine exotische Therapie: sie setzt auf Phagen – das sind Viren, die Bakterien töten, aber den Menschen in Ruhe lassen. Die Phagentherapie wurde schon vor hundert Jahren zum ersten Mal eingesetzt und erlebte eine Blüte in den 1930er Jahren. Als ein Jahrzehnt später das Penicillin eingeführt wurde, geriet sie in grossen Teilen der Welt in Vergessenheit.

Die Resistenz-Krise lässt das Interesse an den heilenden Viren wachsen. In den letzten Jahren haben Ärzte damit einige Patienten geheilt, die man todgeweiht glaubte. Doch bis die Phagentherapie regulär eingesetzt werden kann, ist es noch ein weiter Weg. Viren als Medikamente schrecken die Behörden, die Medikamente zulassen müssen. Und es fehlen moderne Studien, die die Wirksamkeit der Phagen eindeutig belegen.

In Belgien arbeiten nun Forscher, Ärzte und Zulassungsbehörden Hand in Hand, um die Phagentherapie wieder zu etablieren. Damit dies gelingen kann, braucht es einen Wandel unter Infektiologen – noch sind Unwissen und Skepsis gross.

Redaktion: Thomas Häusler