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Wissen Unsere Schweizer Dialekte

Weisst du was «Böle» oder «Bebbi» heisst? Und warum gehen wir «eis go zieh»? Wenn du mit jemandem aus einem anderen Kanton redest, kann es schon einmal passieren, dass du nicht alle Wörter verstehst. Es gibt so viele verschiedene Dialektausdrücke! Aber woher kommen sie? Das verraten wir dir hier.

Schweizer Karte
Legende: Und wie sagst du der Zwiebel? SRF

«Eis go zieh»

Wenn du in einem Restaurant oder in einem Café etwas trinken gehst, sagst du auch «eis go neh» oder «eis go hebe» oder eben «eis go zieh». Dieser Ausdruck ist uralt: Vor über 1000 Jahren (!) sagte man «ziehen» für «trinken». Es ist ja irgendwie logisch: Wenn du ein Glas oder eine Flasche an den Mund hebst, dann «ziehst» du auch ein bisschen mit deiner Zunge daran und lässt das Getränk nicht einfach reinfliessen.

«Lööje»

Wenn du aus dem Kanton Bern oder Solothurn kommst, dann verstehst du sicher das Wort «Lööje» für «ausruhen» oder «faulenzen».

Warum wir das sagen, weiss man nicht genau. Im Mittelalter gab es das Wort «loi», das hiess «matt» – und matt, also müde, bist du ja, wenn du dich ausruhst oder faulenzt. Mit den faulen Löwen im Zoo hat das Wort leider nichts zu tun, auch wenn es lustig gewesen wäre!

«Böle»

«Azähle, Böle schäle, d Chatz gahd uf Walliselle» – den Spruch kennst du vielleicht. Wallisellen ist ein Ort im Kanton Zürich. Dort und in der ganzen Ostschweiz sagt man der Zwiebel «Böle». Ein «Böle» ist dort auch ein Ball und eine Zwiebel sieht ja auch ein bisschen aus wie ein Ball. In Bern sagst du dem Gemüse «Zibele» oder im Oberland «Zibuue». Kommst du aus Basel, dann sagst du «Ziibele».

«Poschte»

Statt einkaufen sagst du vielleicht «poschte» oder «go poschte», wenn du in den Laden gehst. Vor allem in Zürich und in der Ostschweiz ist dieser Begriff verbreitet. Das Wort hat mir der Post zu tun. Etwas «go poschte» hiess früher: einen Botendienst erledigen, also einen Brief von einem Haus zum anderen Haus tragen. Mit der Zeit wurde diese Bedeutung erweitert auf «etwas besorgen».

«Bebbi»

Früher hiessen in Basel ganz viele Männer Johann-Jakob, vor allem bei den Reichen und Mächtigen. «Bebbi» war damals eine Abkürzung von Johann-Jakob. Heute ist ein «Bebbi» einfach ein Basler.