Antonia lässt los / Besser Sterben (2 Filme)

Zwei Dokumentarfilme von Marianne Pletscher

Medium: DVD
Dauer: 120 Min.
Original: Schweizerdeutsch/Deutsch
Antonia lässt los / Besser Sterben  (2 Filme)

ANTONIA LÄSST LOS - Eine filmische Sterbebegleitung

Antonia Bianchi leidet an einer tödlichen Muskelkrankheit - sie muss lernen, Stück für Stück loszulassen: ihren Körper, ihre Fähigkeiten,
Ihre bisherige Welt. Geblieben sind ihr ihr Mann Marco, der sie aufopfernd pflegt bis zum Schluss. Geblieben ist ihr auch ihr Humor,
der dazu führt , dass die filmische Sterbebegleitung von Marianne Pletscher kein trauriger Film geworden ist, sondern eine Reflexion über das Sterben, die Mut macht.

Ihr letzter Wunsch war: nochmals aufs Riesenrad. Und das zu einem Zeitpunkt, in dem die 51-jährige Antonia schon fast vollständig gelähmt war und Mühe hatte mit Atmen. Zu einem Zeitpunkt, in dem viele andere
mit der selben unheilbaren Krankheit schon lange aufgegeben hätten. Nochmals etwas Verrücktes erleben - typisch Antonia. An die Grenzen gehen bis zum Schluss - typisch Antonia. So war sie immer. Anderes musste sie mühsam lernen. Geduld zum Beispiel - und Loslassen.

Als Antonia Bianchi Dok-Autorin Marianne Pletscher einen Brief schrieb und ihr vorschlug, mit ihr einen Film über ALS, die "Krankheit der 1000 Abschiede" zu machen, litt sie bereits seit fast sechs Jahren an der amyotrophen Lateralsklerose.

Sie sass im Rollstuhl, war zu hundert Prozent auf Hilfe angewiesen und konnte nur noch einen Fuss und drei Finger leicht bewegen. Und sie hatte sich intensiv mit dem Loslassen, dem Abschiednehmen vom eigenen Körper beschäftigt, dem Abschiednehmen von allen Tätigkeiten auch, welche sie so liebte: Schwimmen, Segeln, unter Menschen sein. Sie wusste, dass sie jederzeit sterben konnte.
Geblieben sind ihr bis zum Schluss ihr Humor, ihr strahlendes Lachen und ihr Mann Marco, der sie liebevoll gepflegt hat.

"Antonia lässt los" ist ein Film über das Abschiednehmen, nicht über eine bestimmte Krankheit. Obwohl Marianne Pletscher und ihr Team Antonia das letzte halbe Jahr ihres Lebens begleitet haben und ihren Mann Marco sogar 8 Monate über Antonias Tod hinaus, ist diese "filmische Sterbebegleitung" kein trauriger Film geworden. Der Film zeigt die Hochs und Tiefs, die ein so schwerer Abschied mit sich bringt. Er zeigt, was alles möglich ist unter schwierigsten Bedingungen und wie bewusstes Loslassen hilft, das Leben bis zum letzten Moment trotz allem lebenswert zu finden.
BESSER STERBEN - Was man alles darf, wenn man nichts mehr kann

Sterben - viele wollen gar nicht daran denken und verdrängen jeden Gedanken daran. Andere haben einfach Angst, nicht in Würde gehen zu dürfen, nicht mehr mitentscheiden zu können, wie viel medizinische Hilfe noch sinnvoll und nötig ist. Angst, dass zuwenig getan werden könnte. Angst, allein und ohne Liebe im Spital sterben zu müssen.

In geduldigen, diskreten Beobachtungen zeigen Marianne Pletscher und ihr Team im Pflegezentrum des Spitals Limmattal in Schlieren, "was man alles darf, wenn man nichts mehr kann". So lautet die Devise des dort arbeitenden ärztlichen Leiters und des gesamten Pflegeteams. Drei Menschen starben während der Filmaufnahmen. Aber im Zentrum steht nicht der Tod, sondern das hohe Mass an Lebensqualität, das Schwerkranke dort geniessen. Nicht Lebensverlängerung um jeden Preis ist dem Team wichtig, sondern Pflege, die jedem und jeder hilft, bis zum letztmöglichen Moment sinnvoll zu leben.

Die Würde und die Selbstbestimmung hören auch nach dem Tod nicht auf. In drei Kurzbesuchen beim Fricktaler Bestatter Rico Biaggi zeigt der Film, wie Kranke und Angehörige von Verstorbenen Wünsche zum letzten Gang äussern können.

Die Angst kann dieser Film niemandem nehmen. Aber er versucht, Mut zu machen, dass "besser sterben" möglich ist.