Uli der Pächter

Medium: DVD
Dauer: 110 Min.
Original: Schweizerdeutsch/Deutsch
Sprachen: Französisch, Italienisch
Untertitel: Untertitel für Hörbehinderte
Produktion: 1955, s/w
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Uli der Pächter

Uli (Hannes Schmidhauser), inzwischen mit Vreneli (Liselotte Pulver) verheiratet, ist Vater eines Töchterchens. Er hat den Glunggenhof in Pacht; Joggeli (Emil Hegetschweiler) bewohnt mit seiner Frau (Hedda Koppé) das Stöckli. Der hundertjährige Kalender prophezeit ein schlechtes Jahr. Tatsächlich fällt die Ernte so dürftig aus, dass Uli am liebsten auf die Sichlete verzichten würde. Doch Vreneli stimmt ihn um. Pünktlich zum Zinstag finden sich auf der Glungge Joggelis Sohn Johannes (Erwin Kohlund) und der Tochtermann (Alfred Rasser) aus Basel ein, um ihren Anteil von der Pacht einzusacken. Im Wirtshaus vernimmt Uli, dass er einen Sohn bekommen hat. Auf Drängen der alten Glunggenbäuerin wird Hagelhannes (Leopold Biberti), der sich viel später als Vater von Vreneli zu erkennen gibt, Pate des Stammhalters. Vom Taufessen läuft Uli vorzeitig weg, um einen Handel zu tätigen: Einem arglosen armen Mann verkauft er eine Kuh, die zwei schlechte Knechte verdorben haben. Die Glunggenbäuerin stirbt. Vreneli beschwört Uli, vom bösen Kuhhandel zurückzutreten. Uli aber geht nicht darauf ein, weil er findet, dass Männer nicht schwach sein dürfen. Doch auf die schlechte Tat folgen schlechte Zeiten. Fast sieht es aus, als hätte Uli seinen Traum vom eigenständigen Bauern ausgeträumt.

Buch: Jeremias Gotthelf; Regie: Franz Schnyder

Darsteller: Liselotte Pulver, Hannes Schmidhauser, Heinrich Gretler, Emil Hegetschweiler, Linda Geiser, Anneliese Egger, Stephanie Glaser, Alfred Rasser u.v.a.

Bonus:
Der vollständige Original-Gotthelf-Roman (über 600 Seiten) / Historische Hintergründe über die Entstehung des Films / Interview mit Linda Geiser und Stephanie Glaser / Film über Drehort-Besuch von Charles Chaplin 1955 / Interview mit Hannes Schmidhauser / Kinotrailer / Historische Dokumente (Verleih-Vertrag, Farbaufnahmen, Telegramme von Kinos 1955, etc.)

Franz Schnyder drehte "Uli der Pächter" 1955 im Emmental, zu grossen Teilen auf einem Bauernhof in Brechershäusern. Um seinem weitgehend ländlichen Publikum gerecht zu werden, filmte er nach eigenen Worten "gewissermassen mit den Augen eines Menschen, der selten ins Kino geht". Dank dem durchschlagenden Erfolg von "Uli der Knecht" war diesmal auch das Produktionsbudget höher. Das erlaubte eine bessere Pflege der Details, so etwa eine recht aufwändige Beerdigung der Glunggenbäuerin mit vielen Statisten. Zum grossen Aufgebot beliebter Schweizer Schauspieler, das schon "Uli der Knecht" attraktiv machte, kommen hier noch der markante Charakterdarsteller Hans Gaugler als betrogener kleiner Mann und der volkstümliche Boulevardstar Fredy Scheim als Müller hinzu. Hannes Schmidhauser, vor drei Jahren in Locarno verstorben, stand als Hauptdarsteller auf der Höhe seiner Popularität. Liselotte Pulver verkörperte auch in "Uli der Pächter" die Frau des jungen Bodenhofbauern. In ihrer Biografie "...wenn man trotzdem lacht" hält sie dazu lakonisch fest: "Vreneli, das zur tüchtigen, lebensfrohen Bauersfrau herangewachsen ist, aber pausenlos um ihren leichtsinnigen Uli bangen muss und ihn um ein Haar verliert, war eine meiner schwersten Rollen überhaupt."