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Allgemein Seppelt: «Der Sportwelt fehlt im Dopingkampf das Interesse»

An einem Antidoping-Symposium in Magglingen sind Experten folgender Frage nachgegangen: «Ist dopingfreier Spitzensport die Illusion einer heilen Welt?»

Legende: Video Dopingfreier Spitzensport: Alles nur eine Illusion? abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 03.11.2017.

Die Frage, die an der Tagung im Seeland im Zentrum stand, mussten alle Referenten mehr oder weniger mit einem klaren Ja beantworten.

Am vehementesten vertrat der Investigativreporter Hajo Seppelt seine Meinung. Er erklärte:

Der Sportler dopt, er macht Rekorde, der Sportler wird nicht erwischt, alle profitieren – Sportler, Verband, Sponsoren, Trainer, Manager, Fernsehanstalt - und man spricht nicht über Doping. Das ist das beste Geschäftsmodell.

Der Ansicht des 54-jährigen Berliners nach fehlt in der Sportwelt das Interesse, dieses System zu durchbrechen. Zu eng verbandelt seien alle Akteure.

Auch seine Berufskollegen verschonte Seppelt nicht von Kritik. «Manche Journalisten blenden unangenehme Sachen bewusst aus.»

Es war ein Ohnmachtsgefühl

Wir haben die Kernaussagen der drei Hauptreferenten wie folgt zusammengefasst:

  • Matthias Kamber, abtretender Direktor Antidpoing Schweiz: «Vollständig dopingfreier Sport ist eine Illusion. Aber keine Illusion ist es, den Sport möglichst dopingfrei zu halten.»
  • Matthias Simmen, früher Biathlet mit 3 Olympiateilnahmen, heute SRF-Co-Kommentator: Er erzählte von der Ohnmacht, von Athleten geschlagen zu werden, mit denen er in den Vorbereitungswettkämpfen noch auf Tuchfühlung gewesen sei. «Trotz dieser Enttäuschungen war es für mich nie ein Thema, die Flinte ins Korn zu werfen. Man glaubt an das Gute im Menschen, man lebt seine Leidenschaft.»
  • Journalist Hajo Seppelt äusserte sich ebenso zu den lebenslänglichen Sperren für die russischen Langläufer Alexander Legkow und Jewgeni Below. Er sprach in diesem Zusammenhang von Bauernopfern. Denn: «Mit der Bestrafung von Einzelpersonen möchte man vom Staatsdoping und der kollektiven Verantwortung ablenken.» Darum greife der IOC-Entscheid zu kurz.

Sendebezug: Radio SRF 3, Abendbulletin, 03.11.2017 17:10 Uhr

2 Kommentare

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  • Kommentar von Kim Hansson (Freddy Tobler)
    Einseitiges anti russland bashing.... was ist mit doping im europäischen spitzenfussball?! Genügend beweise und geständnisse aber in den medien kein wort... auch im amerikanischen profisport ist schon so viel ausgekommen... aber wir lesen tag für tag von den bösen russen, da wird widermal mit zweierlei mass gemessen.
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  • Kommentar von Samuel Schuler (CHURTZLAETZ)
    Bei den Sperren von Lenkow und Benkow kann man sich schon fragen, was das bringt, denn was da in Russlang gemacht wurde, ist FLÄCHENDECKENDES DOPING. Meiner Meinung nach sollte man den ganzen Russischen Sportverband von den Olympischen Spielen suspendieren. Die Athleten sollten auch nicht unter der Neutralen Flagge starten können, denn um an den Olympischen Spielen teilzunehmen, muss man ja einem Land angehören und neutral ist KEIN Land
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