Mehr Spannung, aber noch keine Russen

Am Donnerstag geht die Champions Hockey League in ihre zweite Saison. Unter den 48 Teams sind auch 6 Vertreter aus der NLA. Die Schweizer Klubs sind sich einig: Die CHL ist viel mehr als ein ambitioniertes Vorbereitungsturnier auf die neue Saison, hat aber noch Entwicklungspotenzial.

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Eishockey: Champions Hockey League

2:44 min, aus sportaktuell vom 17.8.2015

Genf-Servette hat es in der Champions Hockey League vor einem Jahr als bestes Schweizer Team in den Achtelfinal geschafft. Für Headcoach und Sportchef Chris McSorley ist der Wettbewerb ein sportlicher Gewinn: «Schon immer hat man sich gefragt, welche Liga nach der NHL die beste ist. Die Champions Hockey League gibt uns die Möglichkeit, dies rauszufinden.»

«  Bedeutungslose Spiele sind nicht das, was Sportler suchen. »

Rolf Bachmann
COO SC Bern

Auch der SC Bern tritt wieder auf der europäischen Bühne an. Vor einem Jahr sind die Berner als Gruppenletzte vorzeitig ausgeschieden, die Motivation für die letzten Spiele war entsprechend tief. Diese «Kehrauspartien» vermeiden soll ein neuer Modus. Die CHL wird von 44 auf 48 Teams aufgestockt. Pro Gruppe kämpfen nun 3 Teams um 2 Plätze in der K.o.-Phase. «Dadurch steigt die Freude», sagt SCB-COO Rolf Bachmann. «Denn bedeutungslose Spiele sind nicht das, was Sportler suchen.»

«  Der Champions Hockey League fehlen die russischen Mannschaften. »

Arno Del Curto

Als einziger Schweizer «Neuling» dabei ist der HC Davos. Die Vergleiche mit den europäischen Top-Mannschaften reizen Trainer Arno Del Curto. Bis zum Premium-Produkt fehlen dem HCD-Coach aber noch einige Dinge: «In erster Linie die russischen Mannschaften, dann die Begeisterung wie im Fussball und eine etwas bessere Struktur.»

«  Die KHL an Board zu holen, ist nicht ganz einfach. Aber wir sind dran. »

Martin Baumann
CEO Champions Hockey League

Genau diese Punkte beschäftigen auch CHL-CEO Martin Baumann. «Die KHL an Bord zu holen, ist nicht ganz einfach. Aber wir sind dran.» Sobald sich die CHL etabliert hat, soll auch der Modus geändert werden. Denn heute können sich die Teams einen Startplatz kaufen, später müssen sich die Mannschaften dann rein sportlich für die CHL qualifizieren.

«  Ich hoffe, dass es mindestens ein Schweizer Team in den Final schafft. »

Chris McSorley

Vor einem Jahr sind 4 von 6 Schweizer Teams bereits in der Gruppenphase ausgeschieden. In diesem Jahr dürften die NLA-Vertreter aber mit einer besseren Vorbereitung und mehr Leidenschaft antreten. Für Chris Mc Sorley jedenfalls braucht sich die NLA im europäischen Vergleich nicht zu verstecken. «Ich bin ein grosser Fan des Schweizer Eishockeys», sagt der Servette-Coach. «Ich hoffe, dass es mindestens eines unserer Teams in den Final schafft und vielleicht sogar gewinnt.»

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 17.08.2015 22:20 Uhr.