Ein letztes Halleluja für Gerber oder mehr?

Der EHC Kloten will mit dem Sieg im Schweizer Cupfinal gegen Genf Moral für den Schlussspurt im Strichkampf sammeln. Und sein Goalie Martin Gerber könnte mit 42 Jahren zu seiner Titelpremiere auf Schweizer Eis kommen.

  • Kloten will es besser machen als 2015, als es im Final beim SC Bern mit 1:3 unterlag
  • Für einen Tag sollen die Sorgen in der Liga ausgeblendet werden
  • Martin Gerber wird das Tor hüten – doch für wie lange noch?

Fast 21 Jahre nach dem Gewinn des Schweizer Meistertitels winkt dem EHC Kloten im Cup bei der Finalissima gegen Genf die Chance auf eine nächste Trophäe. Martin Gerber stand zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt von einem Engagement bei den Zürcher Unterländern, aber 1996 immerhin kurz vor dem eigenen Durchbruch.

Mittlerweile ist der Emmentaler 42 Jahre alt und befindet sich bei den Klotenern längst im Spätherbst einer beispiellosen Karriere. Nach Triumphen in der schwedischen Elitserien und beim Stanley Cup könnte Gerber seine Laufbahn mit dem 3. Titel krönen – notabene dem 1. auf Schweizer Eis.

Mit Heimbonus und Leichtigkeit

«Wir sind so nah dran und werden nun alles für diesen Erfolg tun», sagt der Routinier auf der Goalieposition. Das Team von Trainer Pekka Tirkkonen erreichte seit der Neulancierung dieses Wettbewerbs stets mindestens die Halbfinals. Es kommt aber erst zum 2. Heimauftritt in den letzten 3 Jahren – dafür zum 2. in Folge. Dies soll zusätzlich beflügeln.

Gerber spricht mitten im erbitterten Kampf um die Playoffplätze (dem Tabellen-10. fehlen aktuell 9 Punkte auf den Trennstrich) von einer guten Abwechslung, von etwas ganz anderem. «Wir brauchen uns nicht zu verkrampfen, sondern können frisch von der Leber weg spielen.»

Tag für Tag im hohen Alter

Viel weiter mag Gerber gar nicht vorausblicken, das handhabt er auch mit seiner Karriere so. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Der 42-Jährige lässt sich nicht entlocken, in welche Richtung seine Zukunftsplanung gehen wird. Er verrät nur so viel: «Ich geniesse jeden Tag.»

Im obenstehenden Video äussert sich Gerber zudem über den Umgang mit Goalie-Kollege Luca Boltshauser (23): «Es ist nicht so, dass ich ihm die ganze Zeit die ‹Birne fülle›».

Klotens Weg in den Cupfinal: 1. Runde: Frauenfeld (1. Liga) - Kloten 1:4. – Achtelfinal: Biel - Kloten 3:4 n.V. – Viertelfinal: Langenthal (NLB) - Kloten 2:3 n.P. – Halbfinal: Kloten - Lausanne 3:2.

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den Cup-Final Kloten - Genf-Servette am Mittwoch ab 20:10 Uhr live auf SRF zwei oder in unserer Sport App mit Stream und Ticker.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 31.01.2017 18:45 Uhr

Wer gewinnt den Schweizer Cup?

  • Kloten

    50%
  • Genf-Servette

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Boltshauser: «Wir versuchen alles andere zu vergessen»

1:13 min, vom 31.1.2017

Wichtigste Stationen

  • 1998: NLA-Debüt mit Langnau
  • 2001: Färjestad (Sd) – wird auf Anhieb Meister
  • 2002: Fasst bei den Mighty Ducks of Anaheim in der NHL Fuss
  • 2004/05: In der Lockout-Saison bei Langnau & Färjestad
  • Spätere Arbeitgeber in Übersee: Carolina Ottawa, Toronto, Edmonton – gewann 2006 mit den Hurricanes den Stanley Cup, total 241 NHL-Partien
  • 2009: KHL
  • ab 2013: Kloten