Der andere Mark

Gegen New Jersey hat Mark Streit seinen 63. NHL-Treffer erzielt. Da gibt es keinen Schweizer, der in der besten Liga der Welt öfters getroffen hat, möchte man glauben. Doch die Statistiker der NHL kennen noch einen anderen Mark.

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Mark Hardys Check im Stanley Cup Final 1993 gegen Mike Keane.

0:25 min, vom 1.2.2013

Dürfen wir vorstellen, Mark Hardy. 982 NHL-Partien, 322 Assists, 67 Tore. Erfolgreichster «Schweizer» NHL-Spieler aller Zeiten. Wer ist dieser Mark Hardy?

Die NHL-Statistiker führen Mark Hardy (hier die Regular-Season-Statistiken) als besten Schweizer Skorer auf.

Bildlegende: Die Schweizermacher Die NHL-Statistiker führen Mark Hardy (hier die Regular-Season-Statistiken) als besten Schweizer Skorer auf. NHL.com

Geboren im Engadin

Hardy erblickte auf den Tag genau vor 54 Jahren in Samedan das Licht der Welt. Hardys britische Mutter war Eiskunstläuferin, sein kanadischer Vater trainierte den EHC St. Moritz.

Legendärer Check im Final

Kurz nach Hardys Geburt zog die Familie nach Kanada, wo Hardy das Eishockeyspielen erlernte und es als Verteidiger bis in die NHL (L.A. Kings, N.Y. Rangers und Minnesota North Stars) schaffte. 1993 erreichte er mit den Kings gar den Stanley Cup Final, unterlag dort aber den Montreal Canadiens. Unvergessen bleibt sein Check gegen Mike Keane.

Gefängnis und Alkohol-Entzug

Hardy war auch neben dem Eis kein Kind von Traurigkeit. 2010 wurde er nach einer wilden Partynacht wegen sexuellem Missbrauch festgenommen. «Ich habe einen 2-Sekunden-Fehler gemacht, wurde festgenommen und kam ins Gefängnis», sagte er in einem Interview mit dem US-Sportsender ESPN.

Die Anklage wurde schliesslich fallen gelassen. Hardy trat als Assistenz-Coach der L.A. Kings zurück und unterzog sich einer Alkohol-Entziehungskur.

Hockey-Coach im sonnigen Kalifornien

Heute lebt der 54-Jährige in Kalifornien, wo er als Assistenz-Coach der Ontario Reign, einem Team der East Coast Hockey League, tätig ist. Einen Schweizer Pass besass Hardy übrigens nie. Aber für die NHL-Statistiker, welche die Spieler ihrem Geburtsland nach einordnen, wird der kanadische WM-Bronze-Gewinner von 1986 immer auch ein wenig Schweizer sein.