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National League Ambris Angst vor einem Gotthard-«Nein»

Wie das Schweizer Volk am 28. Februar über die 2. Gotthard-Röhre entscheidet, hat auch Auswirkungen auf den HC Ambri-Piotta und seine Fans. Gerade weil ein grosser Teil des Anhangs jeweils durch das Nadelöhr reisen muss. Doch die Meinungen sind gespalten.

Die Ambrifans singen die «La Montanara», während die Spieler sich auf dem Eis präsentieren.
Legende: Ambri, quo vadis? Wird der HC Ambri-Piotta bei einem «Nein» zur 2. Gotthard-Röhre überleben können? EQ Images

Für Ruedi Wechsler, Präsident des Ambri Fan Clubs Buochs, ist klar: «Hier geht es um den Klub, um den Verein, ums Überleben». Kein Wunder, kommen doch neben den Gästefans mehr als ein Drittel der Zuschauer aus der Innerschweiz in die Leventina angereist – fast ausschliesslich mit Bus und Auto. Die Deutschschweizer Fans sind unverzichtbar – auch wegen der Stimmung, welche vielfach als einmalig betitelt wird.

Auf eine Erklärung des «Mythos' Ambri» angesprochen, sagt Benjamin Tresch, Präsident der Urner Ambri Fans: «Das erklärt sich damit, weil zwei Kulturen, deutsch- und italienischsprachige, aufeinandertreffen und miteinander wirken.»

Hier geht es um den Klub, um den Verein, ums Überleben.
Autor: Ruedi WechslerPräsident des Ambri Fan Clubs Buochs

Fanzüge als Lösung des Problems

Ambri kann ohne die zahlreichen Fans aus der Deutschschweiz nicht existieren, dies ist allen klar. Und gerade darum wäre eine Anreise mit dem Zug schwer vorstellbar, so der Tenor der Befürworter. Bei Thomas Bolli, dem Mediensprecher der Alpeninitiative, kommt dieses Argument nicht an. Die Gegner der 2. Röhre verweisen auf die beliebten Spezialzüge, welche in der Vergangenheit Fans in die Leventina transportiert haben.

Die Fans könnte man in Flüelen oder gar Göschenen sammeln und innert 20 Minuten mit dem Zug problemlos zu den Spielen befördern. Das Durchfahren der NEAT sei zudem eine tolle Möglichkeit für die Tessiner Klubs, das Problem attraktiv zu vermarkten und so zu lösen, sagt Bolli.

Dies ist ein Problem, welches absolut lösbar ist.
Autor: Thomas BolliMediensprecher Alpen-Initiative

Gespaltener Ambri-Anhang

Die politische Orientierung der Ambri-Fans ist stark links ausgerichtet und viele von ihnen sind eher gegen einen 2. Tunnel am Gotthard.

Deshalb versuchen HCAP-Präsident und CVP-Ständerat Filippo Lombardi sowie Captain Paolo Duca, die Fans aktiv vor einem «Ja» zu überzeugen. Auch die unabhängige und normalerweise unpolitische Fan-Zeitung Gazzetta dell'Ambrì weibelt mit Flugblättern dafür.

«Dramatische Auswirkungen» gegen «kein Problem»

Für Wechsler ist klar: «Wenn man die 2. Röhre nicht macht, dann wird das für Ambri dramatische Auswirkungen haben.» Tresch fügt hinzu, dass auch die anderen Sportklubs im Tessin betroffen wären. Für Bolli ist dies kein Argument, denn das Ganze sei schliesslich ein «lösbares Problem».

Die Abstimmung

Der Gotthard-Strassentunnel muss altersbedingt umfassend saniert und deswegen für längere Zeit gesperrt werden. Der Bundesrat und das Parlament haben darum den Bau einer 2. Röhre mit anschliessender Sanierung des bestehenden Tunnels beschlossen. Gegen diese Vorlage wurde das Referendum ergriffen.
Legende: Video Ambri-Fans im Porträt, «sportaktuell» vom 07.11.2005 abspielen. Laufzeit 4:36 Minuten.
Vom 19.01.2016.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur NLA.

11 Kommentare

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  • Kommentar von F. Alex, Arth-Goldau
    Als grosser Ambri-Fan muss ich einfach sagen: So ein Chabis, was uns der Herr Lombardi da schwarzmalt. 1. muss der Tunnel noch lange nicht total renoviert werden (vgl. Bundesstudie!), 2. Können - wenn es dann mal in x Jahren notwendig ist - problemlos Regionalzüge ab Göschenen geführt werden und 3. ist das für die Fans viel lustiger - früher ging das auch problemlos. Bau-Lobby Lombardi lässt grüssen.
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  • Kommentar von Sandro Soletto, Sumiswald
    Nur als Randnotiz, aber der NEAT-Gotthardtunnel endet weit nach Ambri! Schöner Umweg mein lieber Herr des Alpenschutzes - welcher das ganze noch nicht durchdacht hat. Das NL-Team ist ja das eine. Schon jemand an die Junioren gedacht und dessen Trainings wie Saisonspiele? Wie schauts mit den Gegnern aus? wisst ihr eigentlich, was überhaupt alles durch die derzeit gefährliche Strassenröhre fährt oder reicht euch die Links-Propaganda von wegen EU-LW und Urlauber aus?
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    1. Antwort von V.Böhm, Winterthur
      Ach kommen Sie mir nicht mit gefährlicher Strassenröhre! Seit den erhöhten Sicherheit-Standards passieren 7 bis 14 Unfälle pro Jahr. Das gibt es anderswo auch. Die neue Röhre würde wahrscheinlich mit Unterhaltskosten etc. mehrere Mia. kosten und laut einer Studie des bfu ist die Wahrscheinlichkeit sogar sehr gross dass der Tunnel durch eine zweite Röhre nicht sicherer wird.
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  • Kommentar von M. Sutter, Kt. zürich
    Ja zu Ambri, Nein zur 2. Röhre!
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    1. Antwort von V.Böhm, Winterthur
      Genau, ich reise auch per Zug nach Ambri- immer schon.
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