Bykow: «Zu Ende bringen, was mein Vater begonnen hat»

Die Mission Titelverteidigung der ZSC Lions wurde im Halbfinal von Fribourg-Gottéron gestoppt. Während sich ZSC-Coach Marc Crawford nach dem Out hinter sein Team stellte, war die Freude bei den Fribourg-Akteuren über den 1. Finaleinzug seit 19 Jahren gross.

Wo es Gewinner gibt, gibt es auch immer Verlierer. Im Falle des Playoff-Halbfinals zwischen Fribourg-Gottéron und den ZSC Lions bekleideten die Zürcher diese ungeliebte Rolle. Klar, dass die Enttäuschung bei den Unterlegenen tief sass. Doch ZSC-Coach Marc Crawford fand für sein Team nur lobende Worte.

«Ich bin sehr stolz darauf, wie meine Jungs hier aufgetreten sind. Sie hätten ein besseres Schicksal verdient», so der sichtlich aufgewühlte Kanadier nach der entscheidenden Niederlage. Vielsagend fügte der 52-Jährige an: «Es hat mehr als nur ein gutes Team gebraucht, um uns zu schlagen.» Was Crawford damit genau meinte, sprach er nicht aus. Es dürfte aber eine leise Kritik in Richtung der Schiedsrichter-Leistungen in dieser Serie gewesen sein. Mit diesen hatte sich der Coach des abtretenden Meisters in den 5 Spielen wiederholt nicht einverstanden gezeigt.

Sprunger: «Wir können Geschichte schreiben»

Während die ZSC Lions nach dem besiegelten Out schnurstracks in die Katakomben verschwanden, tanzten die Fribourg-Helden, angefeuert von ihrem frenetischen Anhang, ausgelassen den «Kiwi-Dance». Die Freude über den 1. Finaleinzug seit 19 Jahren stand den Akteuren auch Minuten nach Matchende noch ins Gesicht geschrieben.

So sagte Identifikationsfigur Julien Sprunger: «Wir haben etwas Historisches erreicht.» Doch der Final soll noch nicht Endstation sein für diese erfolgreiche Fribourger Mannschaft. «Wir sind unglaublich motiviert. Die Fans haben so lange auf diesen Moment gewartet. Wir können jetzt Geschichte schreiben.»

Andrej Bykow strebt mit Fribourg-Gottéron den 1. Meistertitel der Vereinsgeschichte an.

Bildlegende: «Will gewinnen» Andrej Bykow strebt mit Fribourg-Gottéron den 1. Meistertitel der Vereinsgeschichte an. EQ Images

Bykow will den Kreis schliessen

Der 1. Titel der Vereinsgeschichte soll (endlich) Tatsache werden. In den 90er Jahren erreichte Gottéron unter der Regie des Traum-Duos Slawa Bykow und Andrej Chomutow 3 Mal den Final, zum grossen Triumph reichte es aber nie.

Dieses Kapitel soll nun, rund 20 Jahre später, zu Ende geschrieben werden. Die Hauptrolle kommt dabei Slawa Bykows Sohn Andrej zu, dem Topskorer der Drachen. Der 25-Jährige zeigt sich fest entschlossen, Fribourg zum Titel zu führen: «Das ist ein geniales Gefühl. Mein Vater hat etwas begonnen und ich möchte das jetzt unbedingt zu Ende bringen.» Auch eine Handgelenkverletzung scheint den Stürmer nicht davon abhalten zu können, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.