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National League Crawford: «Ihr Goalie hat den Sieg geklaut»

Die herausragende Figur beim Davoser Sieg im 3. Finalspiel war Leonardo Genoni, der 56 Schüsse entschärfte. Doppelt bitter für die spielerisch überlegenen, resultatmässig aber unterlegenen ZSC Lions: Sie selbst haben den Torhüter ausgebildet.

Legende: Video Genoni bleibt in der Schlussphase Herr der Lage abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Vom 07.04.2015.

Eigentlich darf es Leonardo Genoni als Kompliment auffassen, wenn es auch nicht als solches formuliert gewesen war. Aber die Playoffs sind nicht dazu da, um Nettigkeiten auszutauschen. Darum konstatierte ZSC-Trainer Marc Crawford nach der 2:3-Niederlage in der Zürichsee-Zeitung leicht zerknirscht: «Er hat das Spiel für sie gestohlen.»

Er, der Dieb: Das war zweifellos der 27-jährige Genoni. Der Zürcher im Davoser Tor zeigte in den 80 Minuten 52 Paraden und stoppte im folgenden Penaltyschiessen sämtliche 4 Versuche. Vor allem nach dem Ausgleich (48.) war Genonis Gehäuse unter Dauerbeschuss. Doch der Keeper glänzte durch Agilität, eine tadellose Übersicht und die nötige Aggressivität.

Legende: Video Beat Forster: «Leo ist eine Wand» abspielen. Laufzeit 0:09 Minuten.
Vom 07.04.2015.

Penalty- und Partykiller

Teamkollege Beat Forster verklausulierte seine Botschaft nach dem Match deutlich weniger als Crawford: «Leo war wie eine Wand und ist unsere Lebensversicherung.» Und dass die Nummer 30 im Shootout zu Null gehalten habe, sei selbstredend für die Stärke.

So kam es, dass die ZSC Lions eine Partie aus der Hand gaben, die sie nie hätten verlieren dürfen. Luca Cunti räumte nach der bitteren Pille ein: «Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen.» Er sprach das Manko in der Chancenauswertung sowie die ungenügende Leistung im Penaltyschiessen an. Von 9 Kurzentscheidungen konnten die Stadtzürcher in dieser Saison erst eine gewinnen.

Keine Perspektiven bei den Lions

Sein Rüstzeug holte Genoni einst in der Lions-Nachwuchsausbildung, nur konnte er dort seine Sporen nie abverdienen. In der Saison 2003/04 war er zwar 4-mal als Back-up des Fanionteams aufgestellt worden, sein NLA-Debüt gab er aber erst nach seinem Wechsel ins Bündnerland zum Meisterschaftsbeginn im Herbst 2007.

Gegenüber dem Tages-Anzeiger sagte er vor 4 Jahren: «Ich habe alle Vorzüge der Lions-Organisation genossen, dafür bin ich dankbar. Doch damals hatten junge Goalies hinter Ari Sulander keine Chance auf einen Einsatz.» Die Quittung für diese Strategie bekamen die Stadtzürcher am Ostermontag präsentiert – aber abgerechnet wird bekanntlich erst am Schluss.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 06.04.15 16:15 Uhr

Legende: Video Zusammenfassung Spiel 3: ZSC - HCD abspielen. Laufzeit 5:10 Minuten.
Aus sportaktuell vom 06.04.2015.

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie Spiel 4 der Final-Serie zwischen dem HCD und ZSC am Donnerstag ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei, im Stream auf srf.ch/sport oder im Ticker.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Gysler A, VD
    So ein Blödsinn Mr. Crawford. Wischen Sie vor der eigenen Türe oder gehen Sie, aber schnell! Seit zwei Saisons hat der ZSC kein einziges Penaltyschiessen gewonnen. Entsprechendes Training dafür ist ja nicht nötig.Damit Sie es in Ihrer eigenen Sprache lesen: what a BULLSHIT are you talking here: You would better clean before your own door or even better: GET OFF IMMEDIATELY !! During two complete seasons ZSC dit not win on game after penalties. An according execise seems not to be your business
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    1. Antwort von Fabian von Allmen, Zürich
      Die eklatante Penaltyschwäche ist ja beim Zett nichts neues... Aber das hat doch absolut nichts mit dem Trainer zu tun. Fakt ist: Flüeler ist ein nicht besonders stilsicherer Penaltygoalie und mit Ausnahme von Nilsson gibt es beim Zett auch keinen besonders sicheren Schützen. Die Absicht, das Spiel spätestens innert 80 Minuten für sich zu entscheiden ist sicherlich die richtige Taktik und aus Sicht des Sports sicher auch aussagekräftiger als dieses völlig unnötige Penaltyschiessen...
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    2. Antwort von Gysler A, VD
      @ von Allmen, in 2 Sachen haben Sie recht: a) Flüeler ist m.E. seit jeher ein mittelmässiger Goalie. Wenn der Z mit ihm 2x Meister geworden ist, ist es vor allem dank der Super-Arbeit seiner Vorderleute. b) Penaltyschiessen in den Playoffs ist BULLSHIT, in den Playoffs der NHL wird bis zum nächsten Tor gespielt. Man importiert ja sonst allen Mist aus der NHL,nur etwas Kluges nicht. Aber wenn man während zwei ganzen Saisons kein einziges Penaltyschiessen gewinnt, ist auch der Trainer daran schuld
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    3. Antwort von Grayne Wetzky, Turicum
      Spar dir dein Englisch, Crawford wird es mit Sicherheit nicht lesen. Lohnt sich auch nicht, auch auf deutsch hättest dur es besser sein gelassen. Mit nur nem mittelmässigen Goalie hält niemand die Null gegen Gegner wie Genf oder Davos in nem Finalspiel, geschweige wird schweizer Meister...und nebenbei hat der Z eben diesen Titel vor nicht mal einem Jahr im Penaltyschiessen gewonnen ...soviel zu den zwei ganzen Saisons, Herr Experte.
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  • Kommentar von Pankraz Mai, SG
    Geklaut? Welch eine Frechheit des Herrn Crawford! - Nein, das war eine hervorragende Leistung von Leonardo Genoni!
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    1. Antwort von W. Egli, Egg
      Das ist eine Redewendung, liebe Leute, die im englisch/amerikanischen Sprachraum von Sportlern häufig gebraucht wird, um einem Gegner oder einem Spieler Respekt zu zollen. Mit einem Vorwurf hat das gar nichts zu tun, sondern mit Crawfords unverholener Wertschätzung einer Klasseleistung von Genoni in diesem Spiel.
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    2. Antwort von Gysler A, VD
      @pankraz SG: ob dies nun eine USA- Redewendung ist oder nicht: hier sind wir in der Schweiz und können deshalb auf solche Sprüche verzichten. Wir Europäer importieren ja genug Mist von "über dem Teich", sei es im Sport, in der Sprache usw. Wenn es mit der blödsinnigen "Veramerikanisierung" unserer Sprachen so weiter geht, reden die Romands und Deutschschweizer in 20 Jahre nur noch englisich, um zu kommunizieren. Wunderbar, oder????
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    3. Antwort von Grayne Wetzky, Turicum
      @Gysler Was für eine Sprache benutzt Du eigentlich in deinem obigen Beitrag? lol What a Joke
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  • Kommentar von Valentin Vieli, Wald
    Davos kam weder im letzten Drittel noch in der Overtime zu Chancen, die Bündner waren kaum in der gegnerischen Hälfte zu sehen. Der ZSC hatte Siegchancen für 10 Spiele. Genoni war DER überragende Spieler bei Teams, er hielt einfach alles.Wer beim Penaltyschiessen alles auf der "leichteren" Fanghandseite des Torhüters versucht, ist selbst schuld. Clevere Davoser: alle Schüsse auf der Stockhandseite des Torhüters, viel schwieriger zuhalten. Zum Schluss: Schwache Leistung der Lions
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