Davos: Vom Playout-Kandidaten zum Meisterteam

Arno Del Curto hat es wieder einmal geschafft. Dem Davoser Kult-Trainer gelang ein Kunststück, das ihm vor der Saison kaum jemand zugetraut hätte. Trotz Umbruch feierte er seinen 6. Meistertitel mit dem HCD.

Die ZSC Lions waren als Titelverteidiger sowieso Topfavorit, Bern steht immer wieder zuoberst auf der Liste, Zug wurde als klarer Transfersieger gefeiert und Lugano mauserte sich spätestens nach dem Transfercoup von Damien Brunner zu einem heissen Meisteranwärter. Von Davos war nicht die Rede – zumindest nicht in Bezug auf den Meistertitel.

«Zur Spitze gehört der HCD nicht mehr», «Erstmals drohen die Abstiegsspiele», «Der HCD scheint zumindest vorübergehend den Anschluss an die Spitze verloren zu haben»: Der Tenor in der Schweizer Medienwelt vor der Saison war eindeutig.

Meisterkrönung statt Kampf um den Ligaerhalt

Die Kritiker wurden Lügen gestraft. Auch Arno Del Curto. «Nur mit einem guten Lauf sind die Playoffs realistisch», hatte er vor Saisonbeginn gesagt. Aus dem guten Lauf wurde ein kapitaler Höhenflug, der mit der Krönung im Hallenstadion endete. 3 Jahre in Folge waren die Bündner in der Viertelfinals hängengeblieben, die Saison des Umbruchs brachte dem HCD neuen Schwung, und wie.

Der 31. Titel der Klubgeschichte ist ein weiteres Meisterstück des Trainers. Del Curto verstand es, sein «neues» Team von Anfang an auf Kurs zu halten. Seine Leidenschaft und die Bereitschaft, immer alles zu geben, lebte er nicht nur vor, sondern übertrug er auf seine Spieler.

Furios in die neue Saison gestartet

Nach der Niederlage gegen Zug zum Saisonauftakt reihte Davos 9 Siege aneinander. Der HCD beendete das Jahr auf dem 2. Rang und konnte den Schaden im berüchtigten «Spengler-Cup-Loch» im Januar in Grenzen halten.

Auch das Theater um die bevorstehenden Abgänge der Von-Arx-Brüder brachte den HCD nicht aus dem Tritt. Und das Verpassen von Rang 4 und dem damit verbundenen Heimvorteil fiel nicht ins Gewicht. Davos überzeugte in den Playoffs mit seiner Auswärtsstärke und feierte 7 Siege auf fremden Eis.

Mit starkem Kollektiv überzeugt

Bei Davos stach kein Spieler explizit heraus, das Team mit einem gesunden Mix aus jung, alt, erfahren und unerfahren überzeugte mit einem starken Kollektiv. Ein Kollektiv, das mit erfrischendem, offensiven, schnellem und teilweise auch hektischem Hockey aufwartete.

Genoni meisterhaft

Einen Meisterhelden gibt es aber immer. So muss es auch beim Meister 2015 einen geben. Und dieser heisst Leonardo Genoni. Denn was der 27-jährige Keeper in der Finalserie gegen die Lions abgeliefert hat, verdient nur ein Prädikat: meisterhaft.

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Zusammenfassung Spiel 5 ZSC - HCD

5:11 min, vom 11.4.2015

Der HCD in Zahlen

Der HCD in Zahlen

  • Gründung: 1921
  • Stadion: Vaillant-Arena (6800 Plätze)
  • Umsatz: 21,7 Mio. Franken (2014)
  • Headcoach: Arno Del Curto
  • VR-Präsident: Gaudenz Domenig
  • Erfolge: 31 Meistertitel, 15-facher Spengler-Cup-Sieger (zuletzt 2011)