Die unerwartete Frühform des HC Davos

Mit 6 Siegen aus 7 Spielen ist Davos unverhofft schnell in die Gänge gekommen. Denn der Saisonstart fiel für die Bündner mit einem Umbruch zusammen. Doch der Rekordmeister scheint seinem eigenen Fahrplan voraus zu sein.

Davos-Spieler umarmen sich.

Bildlegende: Schnell zusammengewachsen Der HC Davos erwischte einen starken Saisonstart. Keystone

Arno Del Curto ist ein ausgewiesener Eishockey-Trainer, er ist aber auch ein passionierter Klavierspieler. Und der 58-Jährige beherrscht noch eine andere Klaviatur: diejenige der Psychologie.

So stapelt er bei Prognosen gewohnt tief, geizt dafür nicht mit Provokationen. Beim Start in seine 19. Saison an der HCD-Bande schätzte Del Curto darum die Chance als gross ein, dass das Team zum 4. Mal in Folge in den Playoff-Viertelfinals scheitern würde. «Grösser auf alle Fälle als unsere Chance auf den Halbfinal», präzisierte er. Den letzten von 30 Titeln feierten die Bündner 2011 und benötigten dafür im Playoff gerade einmal 14 Partien.

Die Wirklichkeit ist anders

Doch diese goldenen Zeiten sind im Landwassertal Vergangenheit. Auf die aktuelle Meisterschaft hin haben die Bündner den nächsten Umbruch im Kader vollzogen. Mit den Abgängen von Peter Guggisberg (Kloten Flyers), Dario Bürgler (Zug) oder Sandro Rizzi (Rücktritt) ging Substanz verloren. Das Merkmal der neuen HCD-Ausgabe ist die Jugendlichkeit.

Arno Del Curto mit grimmigem Blick.

Bildlegende: Arno Del Curto Sein Blick bleibt auch in guten Zeiten grimmig. Keystone

Del Curtos Annahme war, «dass die Mannschaft Zeit benötigt, um sich entwickeln zu können.» Die Realität ist eine andere. Davos konnte bereits im Startspiel (1:2 n.P. in Zug) und seither ohne Ausnahme punkten. Sechs Siege hat die stürmische Jung-Mannschaft nun aneinandergereiht, nach Verlustpunkten belegt sie Rang 1. Nach dem 8:2 (gegen Freiburg) und 8:3 (Kloten) wurden die Partien zwar umkämpfter. Doch die ersten drei Blöcke agieren gefestigt. Dass am Freitag das Premieren-Tor des schwedischen Zuzugs Dick Axelsson erst 201 Sekunden vor Schluss den 4:3-Auswärtserfolg gegen die Lakers sicherte und die Gäste dabei ein überzeugendes Boxplay zeigten, zeugen ebenfalls von Reife.

Die Arbeit geht nicht aus

Als bester Skorer wies sich der erst 20-jährige Dario Simion aus. Er hat schon 2 Tore und 7 Assists auf dem Konto, in der ganzen letzten Saison brachte er es bei Lugano nur auf 5 Punkte. Auch Mauro Jörg (24) fügte sich mit 4 Toren stark ein.

Servette und Biel sind in der Doppelrunde vom Wochenende die nächsten Gegner – oder werden als nächste Aufgaben angesehen, an denen Davos wachsen will. Denn was sagt Del Curto nach dem Startfurioso? «Wir müssen hart weiter arbeiten.»

Sendebezug: SRF 1, sportaktuell, 27.09.14 22:50 Uhr

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5:3 gegen Lausanne – Davos' 6. Sieg in Serie

2:21 min, aus sportaktuell vom 27.9.2014

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