Die ZSC Lions und das Spiel mit dem Feuer

Die Zürcher haben vor dem sechsten Halbfinal-Spiel vom Samstag in Genf fast alle Vorteile auf ihrer Seite - doch genau darin liegt die Gefahr für die Lions.

Seger im Zweikampf mit Tom Pyatt.

Bildlegende: Der Leader Matthias Seger im Zweikampf mit Tom Pyatt. EQ Images

«Wir haben mit dem Feuer gespielt», sagte der Captain. Um die Wichtigkeit der Aussage zu unterstreichen, wiederholte er sie mit anderen Worten: «Das ist brandgefährlich.» So sprach Mathias Seger, nachdem die ZSC Lions in der Playoff-Halbfinalserie gegen Genf mit 3:2 in Führung gegangen waren und sich zwei Matchpucks für den Finaleinzug erspielt hatten. Was war passiert?

Eine Frage der Konzentration

Mit einer scheinbar beruhigenden 4:0-Führung waren die Zürcher im Hallenstadion ins letzte Drittel gestartet. Das Spiel zuvor hatte man gar mit 8:0 gewonnen. Und plötzlich standen die Lions etwas weiter weg vom Gegner, zogen die Checks nicht mehr ganz konsequent durch. Drei Minuten vor Schluss lautete das Skore nur noch 4:2 und die Schlussphase verlief hektisch, beinahe hätten sich die Zürcher die Finger verbrannt.

Doch die ZSC Lions brachten die Führung über die Zeit. Und so stehen sie jetzt, bezogen auf die Halbfinal-Serie, genauso da, wo sie im zweiten Drittel des letzten Heimspiels bezogen auf den Match standen: Mit einer scheinbar komfortablen Führung und dem Wissen darum, die spielerische Klasse zu haben, den Gegner zu besiegen, reisen sie nach Genf. «In solchen Momenten besteht die Gefahr, dass man die Konzentration verliert, seinen Prinzipien nicht mehr treu bleibt», erklärte Seger beim letzten Spiel.

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Spiel 5: Lions - Genf 4:2

2:47 min, vom 26.3.2015

Genf mit dem Rücken zur Wand

Gestärkt wird die Favoritenrolle der Lions noch durch die lange Verletztenliste bei Genf. «Die Formation der Genfer darf nicht in unseren Köpfen sein», meint denn auch Chris Baltisberger im Vorfeld der Partie – und liefert damit gleich den Beweis dafür, dass die Probleme der Gegner eben doch präsent sind.

Für die Servettiens präsentiert sich die Situation hingegen relativ simpel. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand und können nur noch gewinnen. Mit einem Erfolg vor Heimpublikum könnten sie der Serie eine Wende geben, ein eigenes Feuer entfachen und das vielgenannte «Momentum» für den Showdown auf ihre Seite ziehen.

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin 28.3.2015, 8:40 Uhr

TV-Hinweis

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Die Partie zwischen Genf und den ZSC Lions können Sie ab 20:00 Uhr auf SRF info oder hier im Stream mitverfolgen.