Geering und die nicht so schönen Tore

Der ZSC muss am Ostermontag seine Torgefährlichkeit wiederfinden, will er gegen Davos erneut vorlegen. Patrick Geering, mit zwei «Eigentoren» der Pechvogel vom Samstag, fordert, es dem HC Davos gleichzutun und auch wieder Treffer zu erzwingen.

Geering umkurvt das Tor.

Bildlegende: Verteidiger im Angriff Patrick Geering im Playoff-Final gegen den HCD. Keystone

Es ist das Los der Verteidiger, dass sie oft gut gespielt haben, wenn man nicht über sie spricht. Während der Name der Goalies öfter auch nach spektakulären Paraden oder im besten Fall dank einem Shutout in den Schlagzeilen auftaucht, passiert dies den Verteidigern meist dann, wenn sie ein Spiel durch unglückliche Aktionen oder Strafminuten mitentschieden haben.

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Geerings «Eigentore» in Davos

1:44 min, vom 5.4.2015

Unverhoffte Schlagzeilen

Bestes Beispiel: ZSC-Verteidiger Patrick Geering. Der 25-Jährige war am Samstag der Pechvogel des 2. Playoff-Finalspiels in Davos. Nach 31 Sekunden prallte eine Davoser Hereingabe zuerst an seinen Schlittschuh, von dort an den Stock und ins Tor. Und kurz nach Beginn des Schlussabschnitts fand der Puck ein weiteres Mal via Schlittschuh von Geering den Weg ins Gehäuse zum 2:3.

Mit den zwei «Eigentoren», an denen er wenig Schuld hatte, rückte Geering auf unerhoffte Weise in den Fokus. «Davos hat die Scheiben aufs Tor gebracht und sie sind dumm reingefallen», konstatierte er und machte klar, dass er sich darüber hinaus keine grossen Gedanken zu den Gegentoren macht: «Man muss ein kurzes Gedächtnis haben in den Playoffs!»

Rückkehr nach Hirnerschütterung

Das Spiel in Davos war tatsächlich nur ein kurzes Negativ-Kapitel in einer ansonsten nicht einfachen, aber beeindruckenden Saison Geerings. Er liess sich von den hartnäckigen Folgen einer Gehirnerschütterung, welche ihm eine Zwangspause während der Hälfte der Qualifikation eingebrockt hatte, nur zwischenzeitlich bremsen.

Geering kehrte sechs Spiele vor Ende der Qualifikation ins Team zurück und fand den Tritt rasch wieder. Nur Severin Blindenbacher (Plus 23) wies in der Qualifikation eine bessere Plus-Minus-Bilanz auf als der mit 1,78 m nicht gerade als Hüne zu bezeichnende Verteidiger (Plus 15).

Die Stamm-Internationalen Mathias Seger und Blindenbacher sind die grossen Namen in der Lions-Verteidigung. In Sachen Zuverlässigkeit steht ihnen Geering, der durch Agilität und eine kluge Spielweise zu überzeugen vermag, aber kaum nach.

Die Tore wieder erzwingen

Am Ostermontag sind Geerings Dienste wieder gefragt. Von den «dummen» Gegentoren belasten lässt er sich nicht. Doch lernen könne man aus ihnen, meinte er nach dem Spiel in Davos. «Es gibt nicht nur schöne Tore in den Playoffs», stellte er klar, «wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen. Was Davos kann, können wir auch.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 04.04.2015, 20:00 Uhr

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Geering:«Müssen uns an der eigenen Nase nehmen»

0:45 min, vom 4.4.2015

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Die 3. Playoff-Finalpartie können Sie am Ostermontag ab 16:15 Uhr auf SRF zwei oder hier im Stream mitverfolgen.