Matthias Bieber: «Mein Geheimtipp ist das Basenbad»

Klotens Stürmer Matthias Bieber analysiert im Playoff-Talk die 1:7-Niederlage gegen Freiburg. Der Zürcher verrät, wie er die Halbfinal-Serie körperlich und mental verkraftet und warum er mehr Fans auf Twitter hat als NHL-Star Roman Josi.

Klotens Matthias Bieber kassiert nur selten Strafminuten.

Bildlegende: Fairer Sportsmann Klotens Matthias Bieber kassiert nur selten Strafminuten. Keystone

Matthias Bieber, was ist für Sie schwieriger zu verkraften: die 1:7-Niederlage am Dienstag in Freiburg oder das baldige Ende Ihrer Lieblingsserie «How I met your mother»?

Bieber: (lacht) Ich weiss, dass «How I met your mother» schon fertig ist, denn ich habe das Ende gestern gesehen.

Die Serie gegen Gottéron dauert ja noch an.

Es war einfach eine Niederlage, ob 1:2 oder 1:7 spielt nicht so eine Rolle.

Nach 6 Playoff-Siegen in Serie setzte es die 1. Niederlage für Kloten ab. Wie erklären Sie sich dieses Debakel?

Wir haben uns vor den Playoffs vorgenommen, dass wir nicht zu stark in ein Hoch oder ein Tief geraten. Man kann nicht immer gewinnen, es muss einmal eine Niederlage kommen. Dass die jetzt so hoch ausgefallen ist, ist natürlich dumm. Aber wir führen immer noch 2:1 in der Serie.

Im 1. Match hatte Killian Mottet dafür gesorgt, dass Eric Blum ein Spiel aussetzen musste. Am Dienstag griff Timo Helbling zu härteren Mitteln. Seid ihr auf Gottérons Provokations-Taktik reingefallen?

Nein, das würde ich nicht sagen. Aber wir dürfen natürlich nicht so viele Strafen nehmen. Das hat unseren Rhythmus gebrochen. Es wird nun einfach schneller und härter Hockey gespielt als in der Regular Season. Für uns ist es wichtig, dass wir zu fünft auf dem Eis stehen.

Welchen Freiburg-Spieler würden Sie nach Kloten holen?

(überlegt lange) Wir schauen Freiburg als ganze Mannschaft an. Aber wenn ich einen wählen müsste, dann Greg Mauldin. Er ist ein harter Arbeiter, der nicht betrügt, und er hat einen guten Schuss.

Der Pass zu Ihrem Ehrentor beim 1:7 kam von Sturmpartner Peter Mueller. Warum läuft es dem Flyers-Topskorer in den Playoffs noch nicht so?

Er leistet genauso gute Arbeit. Chancen, Arbeit und Einsatz sind allesamt vorhanden. Manchmal fehlt das Quäntchen Glück.

Sie persönlich sind gut in Form, waren mit 33 Skorerpunkten drittbester Skorer der Flyers in der Quali und haben bereits 4 Playoff-Tore auf dem Konto. Was macht Sie so stark?

Ich finde, dass unsere Linie nicht so schlecht spielt. Aber Santala und ich könnten auch ein paar Tore mehr auf dem Konto haben.

Dank Ihrer Namensverwandtschaft mit Popstar Justin Bieber sind Sie unverhofft «berühmt» geworden. Sie haben über 13‘000 Follower auf Twitter, das sind mehr als bei NHL-Star Roman Josi. Wer meldet sich da so?

Das war eine Geschichte am Rande von Olympia, als das norwegische Fernsehen einen Aufruf startete, mir auf Twitter zu folgen. Dadurch sind jetzt ca. 13'000 Norweger meine Follower. Die forderten mich mal auf, etwas mehr zu posten.

Sie haben seit einigen Wochen nichts mehr gepostet. Gibt es eine interne Twitter-Sperre während den Playoffs?

Nein, überhaupt nicht. Ich war schon vor der ganzen Story nicht sehr aktiv. Das ist nicht ganz mein Ding. Und jetzt habe ich sowieso andere Sachen im Kopf.

Wie lenken Sie sich vom «Playoff-Stress» ab?

Mit viel Erholung. Mein Geheim-Tipp ist ein Basenbad.

Was muss man sich darunter vorstellen?

Das ist ein Bad mit Basen-Pulver, also Badesalz. Kann man in jeder Apotheke kaufen. Es soll entschlackend wirken.

Betreiben Sie Mental-Training?

Nein, aber wenn es geht, gehe ich mit meiner Freundin raus in die Natur. Aber so einfach ist es manchmal doch nicht, die Gedanken ans Eishockey zu verdrängen.

Video «Eishockey: Playoff-Halbfinal, Fribourg-Gottéron - Kloten Flyers» abspielen

Playoff-Halbfinal, Freiburg - Kloten («sportlive», 01.04.2014)

5:30 min, vom 1.4.2014

Video «Matthias Biebers letztes Tor («sportlive», 01.04.2014)» abspielen

Matthias Biebers letztes Tor («sportlive», 01.04.2014)

0:17 min, vom 1.4.2014

Zur Person

Matthias Bieber startete seine Karriere 2002 in der NLB bei den GCK Lions und kam in der Folge auch immer wieder zu NLA-Einsätzen mit den ZSC Lions. Nach 3 Saisons bei den SCL Tigers wechselte der gebürtige Zürcher 2010 zu den Kloten Flyers.