Meier: «Ich hoffe, wir sind nicht zu heiss»

Dominic Meier macht mit dem EHC Biel im Viertelfinal Favorit Fribourg das Leben schwer. Weshalb es seiner Mannschaft nach anfänglichen Schwierigkeiten so gut läuft und wie er seine Rolle im Team sieht, verrät der Verteidiger im Playoff-Talk.

Dominic Meier und der EHC Biel machen Favorit Fribourg-Gottéron das Leben schwer.

Bildlegende: Favoritenschreck Dominic Meier und der EHC Biel machen Favorit Fribourg-Gottéron das Leben schwer. EQ Images

Dominic Meier, Sie haben mit dem EHC Biel bereits zwei Matchpucks gegen Fribourg abwehren können. Haben Sie immer daran geglaubt, diese Serie noch drehen zu können?

Meier: Wir haben auf jeden Fall gewusst, dass wir in der Lage sind, Fribourg zu ärgern. Dass es nun 2:3 steht und wir die Serie am Donnerstag ausgleichen können, war aber tatsächlich sehr weit weg.

Gab es einen entscheidenden Moment, der diese Trendwende eingeleitet hat?

Das 4. Spiel war sicher entscheidend. Dieser Sieg hat uns enorm Schwung verliehen und gezeigt, dass wir sehr nahe dran sind. Ich weiss nicht, ob sich Fribourg vielleicht etwas zu sicher gefühlt hat. Wir hatten auf einmal viel mehr Platz und Zeit. Wir haben aber auch einen sehr guten Goalie und viel Glück gebraucht, um uns in die jetzige Lage zu bringen.

Mit einem Sieg heute könnten Sie die Serie ausgleichen. Ist Ihr Team bereit dafür?

Absolut, wir sind heiss. Ich hoffe aber, dass wir nicht zu heiss sind, denn das wurde am Dienstag Fribourg zum Verhängnis. Wenn man zu viel will, ist man verkrampft und liegt wie Fribourg nach 2 Minuten mit 0:2 im Hintertreffen. Dann wird es natürlich schwierig. Aber es freut sich jeder auf dieses Spiel - zuhause zu spielen macht es zudem noch spezieller. Wir können nur gewinnen.

Ihr Coach Kevin Schläpfer wirkt nach seiner schwierigen Zeit nach wie vor etwas zurückhaltend. Täuscht dieser Eindruck?

Er hat eine sehr intensive Zeit hinter sich. Die letzten Wochen (Tod der Mutter, Anm. d. Red.) haben ihn sehr mitgenommen und viel Energie gekostet. Aber er kommt langsam wieder (lacht). Er gibt uns momentan das, was wir brauchen: Er bereitet uns perfekt auf die Spiele vor und sorgt dafür, dass jeder top motiviert ist. Wenn es ihn braucht, ist er da. Wenn nicht, dann zieht er sich zurück. Das versteht jeder.

« Wir haben mit Biel ein Wunder vollbracht »

Sie haben über Jahre hinweg beim SC Bern und damit in einer Spitzenmannschaft gespielt. Ist das Selbstverständnis ein anderes als jetzt in Biel?

Man muss schon sehen: Wir haben mit Biel ein Wunder vollbracht, indem wir die Playoffs erreicht haben. Die Ausgangslage hat sich für mich natürlich verändert, aber es ist eine riesige Herausforderung und macht sehr viel Spass. Auch in Biel haben wir genügend Selbstvertrauen, sonst wären wir schliesslich nicht dort, wo wir jetzt sind.

Sie sind mit Ihren 36 Jahren ein Routinier und verfügen über viel Erfahrung. Wie können Sie diese Ihren Teamkollegen weitergeben?

Routinier hört sich immerhin noch besser an als Oldie (lacht). Nein im Ernst: In den Playoffs ist es in erster Linie wichtig, dass man keine Tore kassiert und sehr einfach spielt. Weil jeder Treffer matchentscheidend sein kann, versuche ich dabei zu helfen, dass unsere Mannschaft defensiv solid agiert. Ich versuche, auch wenn es hektisch wird, eine gewisse Ruhe reinzubringen. 

Nicht nur die Begegnung Biel-Fribourg, auch alle anderen Viertelfinal-Serien sind sehr ausgeglichen. Ist dies ein Indiz dafür, wie nahe die Mannschaften in der NLA beieinander liegen?

Ja, absolut. Man konnte schon die ganze Saison über beobachten, wie eng alles ist. Verlor man mal 2 Spiele in Serie, rutschte man in der Tabelle gleich um mehrere Ränge ab und umgekehrt. Die Mannschaften begegnen sich in dieser Saison wirklich auf Augenhöhe

Zur Person

Zur Person

Dominic Meier (36) ist bis Saisonende vom SC Bern an den EHC Biel ausgeliehen. Der Bündner Verteidiger spielte in seiner Karriere zudem für den EHC Chur, die Rapperswil-Jona Lakers und den EV Zug. 2004 wurde Meier mit dem SCB Meister.