Overtime mit 3 gegen 3: Spektakel und viele Tore

Auf kommende Saison hin übernimmt die NLA die Overtime-Regelung der NHL. Statt mit 4 gegen 4 Spielern wird in der Qualifikation mit 3 gegen 3 gespielt. Die NHL beweist: Es fallen mehr Tore, Spektaktel ist garantiert.

Davos und Helsinki unterhielten die Fans bei 3 vs. 3 bestens.

Bildlegende: Spektakel Davos und Helsinki unterhielten die Fans bei 3 gegen 3 bestens. Keystone

Am Spengler Cup war die 3-vs-3-Regelung erstmals auf Schweizer Eis zu sehen. Davos und Jokerit boten den Zuschauern in der Verlängerung des Viertelfinals grosses Spektakel. 11 teils hochkarätige Chancen – eine alle 20 Sekunden – gab es in den 3:40 Minuten bis zu Grégory Sciaronis Siegtor.

Die NHL hat dies in der laufenden Saison schon 140 Mal erlebt. In zwei Dritteln der Fälle fiel eine Entscheidung in den fünf Spielminuten. Das war in den letzten Spielzeiten mit 4 gegen 4 Feldspielern anders: Mehrheitlich gingen die Verlängerungen torlos aus, das Penaltyschiessen musste entscheiden.

«  Das Beste, was wir in 20 Jahren gemacht haben »

Wayne Gretzky
Superstar

Die Neuerung wird zum Teil fast euphorisch begrüsst. «Das ist das Beste, was wir in den letzten 20 Jahren im Eishockey gemacht haben», sagt Wayne «The Great One» Gretzky.

«Ich bin völlig begeistert», meint auch der Schweizer NHL-Scout Thomas Roost. «Es kommt zu einem offenen Schlagabtausch. Das ist Spektakel pur und ich freue mich riesig, dass diese Regelung nächste Saison auch in der Schweiz eingeführt wird.»

Im Unterschied zur regulären Spielzeit spielen Grösse und Verdrängung in der 3-gegen-3-Overtime kaum eine Rolle. Stattdessen haben Spieler Vorteile, die läuferisch, technisch und konditionell stark sind.

Torhüter noch wichtiger

Keeper sind nicht nur bei der Abwehr gefordert, wenn Stürmer in hoher Kadenz alleine vor ihnen auftauchen, sondern auch in der Angriffsauslösung, wie dies in der NLA etwa Leonardo Genoni vorbildlich tut. «Je besser ein Torhüter mit dem Stock umgehen kann, umso eher kann er mit einem langen Pass einen freistehenden Spieler lancieren», sagt Roost.

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Del Curto lässt natürlich offensiv spielen.

0:36 min, vom 7.1.2016

Coaches stehen vor der Frage, wie viele Stürmer und Verteidiger sie einsetzen. HCD-Trainer Arno Del Curto kündigte am Spengler Cup an, er werde zwei Stürmer bringen. Letztlich liess er teilweise gar mit drei Stürmern spielen.

Wer profitiert?

Bleibt die grosse Frage: Welchem Team kommt die Regelung in der NLA am ehesten entgegen. Den ZSC Lions, die als spielerisch stark gelten, aber überproportional viele Penaltyschiessen verlieren (alle 4 in der bisherigen Saison)?

«Das kann man noch nicht sagen», glaubt Roost. Es werde vermutlich sehr ausgeglichen werden. «Am meisten profitieren die Zuschauer.»

Overtime-Statistiken


Spiele
Entscheidung in OT
ShootoutVerhältnis OT/SO
NHL 2015/16 (bis 13.1.)
64599 (15,3%)
52 (8,1%)
66:34 %
NHL 2014/15
1230136 (11,1%)
170 (13,8%)
44:56 %
NHL 2013/14
1230
129 (10,5%)
178 (14,5%)
42:58 %
NHL 2012/13 (Lockout)
72065 (9,0%)
97 (13,5%)
40:60 %





NLA 2015/16 (bis 13.1.)
22122 (10,0%)
18 (8,1%)
55:45 %
NLA 2014/15
30032 (10,7%)
48 (16,0%)
40:60 %
NLA 2013/14
30025 (8,3%)34 (11,3%)42:58 %
NLA 2012/13
30023 (7,7%)
37 (12,3%)
38:62 %

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 29.12.15, 15:45 Uhr / Radio SRF 3, 7.1.16, 07:00 Uhr