Plüss: «Unser Peak war zu früh in der Saison»

Für den SC Bern ist die Saison am Dienstag mit der 1:3-Niederlage in Davos zu Ende gegangen. Mangelnde Effizienz, fehlende Energie und formschwache Leistungsträger sind die Hauptgründe für das deutliche Scheitern. Vieles deutet beim SCB nun auf einen Umbruch hin.

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Plüss: «Leichtigkeit ging verloren»

2:48 min, vom 24.3.2015

Die Enttäuschung über das Ausscheiden war in den Reihen der Berner gross. Dass sich der SCB nach der katastrophalen letzten Saison und dem Gang in die Platzierungsrunde in dieser Spielzeit wieder im Kreis der Spitzenteams zu etablieren vermochte, interessierte nach der Partie niemanden. Zu klar fiel das Verdikt aus, zu gross war die Unzufriedenheit über die eigene Leistung.

Keine Steigerung in den Playoffs

Nach einer konstanten Qualifikation und dem 2. Tabellenplatz sowie dem Titelgewinn im Schweizer Cup schien für die Berner vieles möglich. In den Playoffs war der SCB aber nicht in der Lage, noch einen Gang höher zu schalten. «Wir haben schon vor den Playoffs angefangen zu schwächeln. Unser Peak war zu früh in der Saison», analysierte Martin Plüss. Für den 38-Jährigen ist dies umso enttäuschender, als dass «wir eine Mannschaft hatten, die in den Final hätte kommen müssen, die gute Titelchancen gehabt hätte.»

Plüss: «Leichtigkeit ging verloren»

Das grösste Manko der Berner war die Effizienz. Schon im Viertelfinal gegen die Defensiv-Spezialisten aus Lausanne taten sie sich mit dem Toreschiessen schwer. Gegen Davos akzentuierte sich das Problem. Nur 5 Tore in 4 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. «Wir hatten sehr viele gute Chancen, die wir einfach nicht nutzen konnten. Mit der Zeit haben wir uns immer schwerer getan, die Leichtigkeit ging verloren. Schliesslich fehlte uns das letzte Quäntchen Energie, um die Tore zu erzwingen», so Plüss.

Auch der Topskorer selbst vermochte seine sinkende Formkurve nicht zu verbergen. Wie zahlreiche andere routinierte Schlüsselspieler scheint Plüss seinen Zenit langsam aber sicher überschritten zu haben. Im Schatten der schwächelnden Leistungsträger war beim SCB zudem kaum jemand in der Lage, über sich hinauszuwachsen und dem Team zum Umschwung zu verhelfen.

Umbruch à la HC Davos?

Das Out zeigt das Problem der Berner schonungslos auf. In naher Zukunft geht es darum, einen Verjüngungsprozess einzuleiten. Ausgerechnet der HC Davos könnte dabei als Vorbild fungieren. Bei den Bündnern hat Arno Del Curto bereits vor Jahren einen Umbruch eingeleitet, um Routiniers wie Reto von Arx, Josef Marha und Sandro Rizzi zu ersetzen. Nach schwierigen Jahren trägt die Massnahme beim HCD nun erste Früchte.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 24.03.15, 20:00 Uhr