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National League SCB 2015/16: Knatsch, Pech, Krisen – und jetzt Meister

5,5 Monate lang war die Saison des SC Bern ein einziger Krampf. 6 Wochen Playoffs genügten dem Team von Coach Lars Leuenberger, um Geschichte zu schreiben.

Legende: Video Berns Meistersaison: Trotz zahlreicher Hürden zum Triumph abspielen. Laufzeit 3:15 Minuten.
Vom 13.04.2016.

Dass der SC Bern seinen 14. Titel feiern kann, grenzt angesichts des Saisonverlaufs an ein Wunder. Die Berner mussten gleich mehrere Steine aus dem Weg räumen.

1. Verletzungshexe

Zahlreiche Stammkräfte fielen für längere Zeit aus. Eine Auswahl:

  • Marco Bührer: Fussoperation, Saison- und Karrierenende
  • Chuck Kobasew: Hirnerschütterung, Saison- und möglicherweise Karrierenende
  • Sean Bergenheim: Hirnerschütterung, Saisonende
  • Mikko Kousa: Hüft-OP, Saisonende
  • Andrew Ebbett: Bruch des Schienbeinkopfes, 3 Monate out
  • Eric Blum: Bänderriss, 11 Wochen out
  • Ramon Untersander: Hirnerschütterung, 10 Wochen out
  • Trevor Smith: Ellbogen-OP, 2 Monate out

2. Torhüterwirbel

Kaum hatte die Meisterschaft begonnen, wurde der Zuzug von Leonardo Genoni auf Sommer 2016 bekannt. Damit war klar: Der langjährige Stammkeeper Marco Bührer würde in Bern keine Zukunft mehr haben. Der Routinier spielte nicht immer sicher, verletzte sich dann und erlebte ein äusserst unglückliches Ende seiner SCB-Zeit. Der von Lugano ausgeliehene Ersatz Daniel Manzato verletzte sich nach nur einem Spiel, Janick Schwendener und der aus der KHL geholte Jakub Stepanek vermochten in der Quali nicht zu überzeugen. Ausgerechnet in den Playoffs spielte Stepanek dann sein ganzes Können aus.

3. Trainertheater

Schon im Frühling flirtete Guy Boucher mit der NHL – und hörte auch nach Saisonstart nicht damit auf. Im November zog Marc Lüthi die Notbremse. Der Kanadier wurde entlassen. Zu spät, wie manche fanden. Neuer Headcoach wurde Lars Leuenberger, dafür wurde dessen Bruder Sven, der bisherige Sportchef, degradiert. Nach erkrampfter Playoff-Quali wurde es nicht etwa ruhiger: Vielmehr wurde bekannt, dass Lars Leuenberger selbst im Falle eines Meistertitels keinen Vertrag als Headcoach für kommende Saison erhalten wird.

4. Nervenschwäche

Nur 2 von 7 Penaltyschiessen gewann der SCB in der Qualifikation. Mit 17 Prozent verwandelten Penaltys waren die Berner nur einen Hauch besser als das schlechteste Team, die ZSC Lions. In den Playoffs bewies der SCB Nervenstärke. Sowohl nach dem einzigen Penaltyschiessen wie auch nach allen 5 Verlängerungen verliess das Leuenberger-Team das Eis als Sieger. Den Turnaround hatte Bern wohl im 49. Qualispiel, dem Direktduell gegen Lausanne, geschafft. Eine Niederlage nach 60 Minuten hätte die «Mutzen» in die Platzierungsrunde verwiesen. Stattdessen siegten sie nach 0:1-Rückstand mit 3:2.

5. Statistik

Nie zuvor hat ein Team, das die Quali nur auf Rang 8 beendete, den Titel gewonnen. Als Aussenseiter bezwang der SCB der Reihe nach die Nummern 1 (ZSC Lions), 2 (Davos) und 5 (Lugano) der Regular Season. Diesem Exploit nahe gekommen waren vor vier Jahren die ZSC Lions (ebenfalls Siege über den 1., 2. und 5. der Quali), die als 7. in die Playoffs gestartet waren.

Legende: Video Lugano - Bern: Die Live-Highlights Spiel 5 abspielen. Laufzeit 3:40 Minuten.
Vom 12.04.2016.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 12.4.16, 20:00 Uhr

2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Sticher, Bern
    Das hatten wir doch schon mal, als Kent Ruhnke nach erreichtem Meistertitel in die Freiheit entlassen wurde, wegen unattraktiver Spielweise...! Somit klar, der jetzige Titel ist alleiniger Verdienst des Coaches und der Spieler . Ein Schulterklopfen im Chefbüro ist definitiv nicht angebracht! Nach der aktuellen Meisterschaftsgeschichte wird endgültig klar, dass die 50 Quali-Runden ein Unsinn sind. Weniger ist mehr, also Meisterschaftsbeginn ca. Mitte Oktober und nicht bereits mitten im Sommer.
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  • Kommentar von M.Amstad, Fricktal
    Gratulation an den SCB ! Am Meisten gönne ich diesen Titel aber Lars Leuenberger. Trotz der unglücklichen Kommunikation seitens der Vereinsführung hat er nie das sportliche Ziel aus den Augen verloren und auch keinerlei Seitenhiebe an die Vereinsleitung ausgeteilt. Das nenne ich professionell. Ich wünsche Ihnen Lars Leuenberger alles Gute für die Zukunft, diesen Titel kann Ihnen niemand mehr nehmen. Bravo und Danke für Ihre unaufgeregte Art. Ein Eishokey-Fan
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