Simon Rytz: Eine Nummer 2 wird zum Playoff-Helden

Biels Torhüter Simon Rytz war als designierte Nummer 2 in die Saison gestiegen. Aktuell hext er die Seeländer im Playoff-Viertelfinal gegen Qualifikationssieger ZSC Lions zu einer 2:1-Führung. Dazwischen lag ein Auf und Ab.

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Simon Rytz: «Wir spielen frisch von der Leber weg»

1:39 min, vom 6.3.2015

Bloss 7 Gegentreffer aus 5 Partien: Simon Rytz hielt zuletzt tadellos. 2 Shutouts – seine ersten in dieser Saison – veredeln diese Bilanz. Im entscheidenden Spiel um die Playoff-Teilnahme gegen Lausanne sowie zum Viertelfinal-Auftakt gegen die ZSC Lions war Biels Torhüter unbezwungen geblieben.

Auch am Donnerstag, als der Underdog im Hallenstadion sein 2. Break schaffte, war Rytz herausragend. Unaufgeregt analysierte er: «Ich probiere mich auf den Moment zu konzentrieren und gebe immer mein Bestes.» Dann gab er das Lob weiter an seine Teamkollegen. Dass sein EHCB in der Serie überraschend mit 2:1 führt, fusse darauf, «dass wir frisch von der Leber weg spielen, aggressiv und frech auftreten und dabei sichtlich Spass haben».

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Rytz' beste Paraden im Playoff-Spiel 3

2:13 min, vom 6.3.2015

Eine Baisse in der Bewährungsphase

So gut aufgelegt war Rytz nicht immer – selbst in der aktuellen Saison nicht. Einmal mehr als Nummer 2 nahm er sein 2. Jahr im Seeland in Angriff. Doch dann profitierte er letzten Herbst von einer Verletzung des Stammkeepers Lukas Meili. Bei seiner Bewährungschance gab es allerdings auch Patzer.

Ende Januar räumte EHCB-Trainer Kevin Schläpfer ein, dass sein Schützling «gerade eine schwächere Phase» einziehe. Als Meili wieder genesen war, hatte er darum Rytz gegen Freiburg auch schon mal nach dem 1. Drittel (0:2) ausgewechselt. Er sei in mentaler Hinsicht eine starke Persönlichkeit und lasse sich davon nicht verunsichern, wollte der Headcoach wissen.

Schläpfer sollte mit dieser Einschätzung Recht behalten. Kurz darauf strotzte Rytz vor Selbstvertrauen. In einzelnen Partien erinnerte die aufstrebende Nummer 29 sogar an den im Klub nach wie vor verehrten Reto Berra, der 2011/12 am Ursprung der erstmaligen Playoff-Qualifikation gestanden hatte.

Gegen Widerstände gekämpft

Rytz musste 31-jährig werden, um auf höchstem Niveau wahrgenommen zu werden. Früher war dem Lysser die NLA-Tauglichkeit sogar abgesprochen worden. Mit 23 stand er erst in der 1. Liga im Tor.

2011/12 holte Gottéron Rytz in die höchste Liga. Der gelernte Landschaftsgärtner füllte bloss die Ersatzrolle aus. Auch der folgende Winter brachte keine Konstanz – weder auf noch neben dem Eis. Rytz wurde als Leihspieler herumgereicht, ehe er auf die Saison 2013/14 hin zu Biel stiess. Doch wie seine gesamte Karriere, kam er auch an seiner neuen Wirkungsstätte erst nach langer Anlaufzeit in Schwung.

Rytz hat unlängst seinen Vertrag bei Biel bis 2016 verlängert – trotz Alternativen. «Ich habe mir hier einen Namen gemacht. Das will ich nicht so schnell wieder aufgeben», liess er sich zitieren.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 05.03.15 20:00 Uhr