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National League Törmänens Titel und Tränen

Mit 42 Jahren ist Berns Antti Törmänen eigentlich noch ein Jungspund als Trainer. Nun hat der Finne bereits seinen ersten Meistertitel als Coach geholt. Mit abgeklärtem, viel kritisiertem und schliesslich erfolgreichem Eishockey.

Legende: Video Interview mit Antti Törmänen nach dem Finalsieg abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 16.04.2013.

Wahre Tormänner waren die «Törmäner» in diesen Playoffs nicht. Berns Spieler erzielten in den 20 Spielen nach der Qualifikation im Schnitt 2,85 Tore. Das ist am wenigsten aller 4 Halbfinalisten.

«Es zählen nur die Siege»

Vielfach wurde das defensive, oftmals zerstörerische Eishockey, welches Törmänen spielen liess, kritisiert. Den SCB-Coach liess dies stets kalt. «In den Playoffs zählen nur die Siege. In einer Woche wird es niemanden mehr kümmern, wie wir gespielt haben», so Törmänen. «Wir sind die Besten, wir sind die Besten!», frohlockte der Weltmeister von 1995 nach der Partie.

Miserabler Saisonstart

Ungewohnte Emotionsausbrüche beim Finnen, der so cool wirkt, dass es ihn gar in der Sauna zu frieren scheint. Dem 42-Jährigen muss mit dem Titelgewinn eine ungeheure Last von den Schultern gefallen zu sein. Vor Jahresfrist verlor er mit dem SCB den Titel auf hochdramatische Weise an die ZSC Lions und auch in der eben zu Ende gegangenen Saison sah es für den Mann aus Espoo nicht immer rosig aus.

Antti Törmänen mit dem Pokal.
Legende: Finnischer Meistermacher Antti Törmänen mit dem Pokal. Keystone

Zwischen Ende September und Anfang Oktober setzte es innert 2 Wochen 5 Niederlagen in 6 Partien ab, später folgten erneut 3 Pleiten in Serie. Zwischenzeitlich lag der SCB nur noch auf Rang 7. Als «Loser» (Blick) und «Jammertante» (SonntagsBlick) beleidigte die Boulevardpresse den Finnen, der aber stets Rückendeckung von SCB-CEO Marc Lüthi genoss.

«Schäme mich nicht, Tränen zu vergiessen»

Nun hat es Törmänen den Kritikern gezeigt. «Sein» SCB ist Meister. Der Weg zum Titel war alles andere als einfach für den Familienvater, der ganz unten durch musste und Ende Oktober nach einem befreienden 3:2-Sieg gegen Kloten gestand, in der Garderobe geweint zu haben. «Ich bin ein erwachsener Mann, aber ich schäme mich nicht, in wichtigen Situationen Tränen zu vergiessen.»

Auch am Dienstagabend um 22.15 Uhr bekam der SCB-Coach wieder feuchte Augen. Diesmal waren es Freudentränen.

Legende: Video «Schäme mich der Tränen nicht» - Törmänen im Oktober abspielen. Laufzeit 00:12 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 26.10.2012.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Matt Frepp, Kanada
    "In einer Woche wird es niemanden mehr kümmern, wie wir gespielt haben" oh doch. catenaccio im eishockey? da gönne ich als alter ZSC fan sogar Lugano oder Davos den Titel, sofern sie sich ihn attraktiv erspielen. Gratulation nach Bern trotz allem... :)
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    War wieder mal echt cool gestern Abend im "Tämpu"!!! War insgeamt auch eine viel bessere Serie gegen Gotteron als vor Jahresfrist (nicht nur wegen dem finalen Match von damals)... Hopp SCB: for ever!
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    1. Antwort von Unglaublich, Schweiz
      Die Mannschaft mit der besten Kaderstärke (ergo die mit dem grössten Budget) gewinnt mal wieder weil sie mehr Ausdauer hatte. Schade gewinnt nicht immer das schönere, bzw bessere Eishockey. Diese Saison hätte ich Genf oder Gotteron den Sieg gegönnt. Sie haben über die ganze Saison gesehen das beste Eishockey geliefert. Fribourg hatte leider die Power nicht mehr im Finale. Muss ehrlich sein und sagen das ich Bern den Titel nicht gönne. Verdienen geht anders...
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    2. Antwort von Don R. Balken, Belp
      @Unglaublich: Schönheit lohnt sich bei entsprechenden Wettbewerben, wie Miss-/Misterwahlen und all den anderen peinlichen Formaten. Besser ist im sportlichen Sinne, immer der, der gewinnt. Da heiligt der Zweck die Mittel. Im Übrigen geht es bei einer Mannschaftssportart immer darum, mit den vorhandenen Mitteln (die sich aufgrund von z.B. Verletzungen verändern können), das bestmögliche herauszuholen. Du hast keine Argumente, sondern nur deine Ant(t)ipathie gegen den SCB.
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  • Kommentar von T. Lötscher, Marbach
    Eigentlich hoffte ich bis zuletzt auf Fribourg, weil ich denen den ersten Meistertitel so sehr gegönnt hätte. Aber dieser Antti Törmänen gefällt mir ausgezeichnet, weil er Ruhe ausstrahlt und als bescheidener Mensch auftritt.
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