ZSC: Nah dran, aber nicht nah genug

Bereits zweimal war es den ZSC Lions bereits gelungen, nach einem 1:3-Rückstand in der Finalserie noch den Titel zu holen. Nicht so gegen Davos. Am Ende entschied wenig über Erfolg oder Misserfolg - nicht zuletzt das Überzahlspiel.

Immer wieder heben Eishockey-Coaches hervor, wie wichtig die sogenannten «Special Teams» sind. Oft entscheiden dann auch Überzahl- oder Unterzahl-Situationen über den Ausgang eines engen Spiels.

Während die ZSC Lions in der gesamten Finalserie gegen Davos keinen einzigen Powerplay-Treffer verbuchten, lenkten die Bündner mit je einem Überzahl-Tor in Spiel 4 und 5 das Geschehen in die gewünschte Richtung.
Und trotzdem: Das am Ende klare Verdikt von 1:4 mag darüber hinwegtäuschen, wie eng die Serie zwischen dem ZSC und Davos wirklich war.

Lions dominieren, Davos gewinnt

Die ZSC Lions dominierten am Samstag das 5. Finalspiel, erspielten sich Chance um Chance - genau gleich, wie in Spiel 3 (2:3 n.P.) und Spiel 4 (3:4 n. V.). Das Glück schlug sich jedoch auf die Seite der Bündner. Zu oft sündigten die Zürcher im Abschluss. «Wenn man kein Tor macht, kann man nicht gewinnen», analysierte Luca Cunti, der während der gesamten Serie blass geblieben war, trocken.

Die Krux mit dem Powerplay

An Möglichkeiten mangelte es dem Team von Marc Crawford nicht. Alleine im 5. Finalspiel konnten die Gastgeber während 10 Minuten in Überzahl agieren, der Torerfolg blieb jedoch aus. Die Powerplay-Ausbeute war nicht nur am Samstag ungenügend. In der ganzen Finalserie brachten die «Löwen» mit einem Mann mehr auf dem Eis in 32 Minuten keinen einzigen Treffer zustande.

Dass ausgerechnet das Überzahlspiel des ZSC nicht wunschgemäss funktionierte, mag nicht die ganz grosse Überraschung sein. Immerhin waren die Zürcher in der Qualifikation diesbezüglich das viertschlechteste Team, ein Treffer in Überzahl fiel im Schnitt nur alle 10 Minuten.

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Crawford: «Eine Frage der Ausführung»

Dass sie es nicht versucht hätten, kann man den Zürchern nicht vorwerfen. 39 Schüsse brachten sie am Samstag auf das Gehäuse von HCD-Keeper Leonardo Genoni. Am Montag in Spiel 3 waren es gar 54 Paraden gewesen. Am 27-jährigen Zürcher in Diensten der Bündner gab es aber kein Vorbeikommen - und wenn doch, fehlte den Lions am Ende auch das nötige Glück. «Wir haben viel probiert, haben gedrückt, alles nach vorne geworfen, aber am Ende macht Davos das Tor», fasste Andri Stoffel zusammen.

«Am Ende ist alles eine Frage der Ausführung - der Goalie, das Powerplay oder das Unterzahlspiel, diese kleinen Dinge sind es, die am Ende den Unterschied machen», bilanzierte ein gefasster Crawford. Natürlich habe der HCD einen super Job gemacht, aber das heisse nicht, dass seinem Team nichts gelungen ist. «Wir spielten mit Herz, mit Leidenschaft, am Ende fehlte halt auch das Quäntchen Glück», so der ZSC-Coach.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 11.04.2015, 20:00 Uhr

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