Niederreiter: «Jetzt holen wir auch den Kübel!»

«Unglaublich!» - Der 3:0-Sieg gegen die USA und der damit erreichte Final-Einzug an der WM in Stockholm haben bei den Schweizer Eishockey-Spielern für grossen Stolz und unbändige Freude gesorgt. Trotzdem: Die Schweizer wollen jetzt noch mehr.

Nach der Schlusssirene waren die Schweizer Spieler nicht mehr zu halten: Der rot-weisse Jubel kannte nach dem 3:0-Sieg im Halbfinal gegen die USA keine Grenzen: Umarmungen auf dem Spielfeld, strahlende Gesichter bei der Nationalhymne und Freudenschreie im Kabinengang bestimmten die Szenerie in Stockholm. Nach dem grössten Erfolg in der Geschichte des Schweizer Eishockeys waren die Beteiligten zurecht stolz auf den Final-Einzug.

Simpson: «Was für ein Spiel!»

«Jeder einzelne Spieler wollte dieses Endspiel unbedingt erreichen», sagte Nati-Coach Sean Simpson sichtlich bewegt. «Was für ein Spiel von dieser Mannschaft! Die Schweiz kann stolz sein.» Vier Jahre, nachdem sich Simpson mit den ZSC Lions eindrücklich durch Europa gespielt und die Champions League gewonnen hatte, wiederholt er dieses Kunststück nun mit der Nationalmannschaft.

Segers Stolz, Berras Anspannung

«Diese Jungs machen mich extrem stolz», zeigte sich auch Captain Mathias Seger beeindruckt. Der Verteidiger, der bald 300 Länderspiele auf dem Buckel hat, nannte auch einige Schlüssel zum Erfolg: «Es ist unglaublich, wie sich alle Spieler gegenseitig unterstützen und füreinander kämpfen. Im Verlaufe des Turniers ist die Mannschaft gewachsen, so dass wir jetzt unser bestes Eishockey spielen können.»

Überwältigt zeigte sich nach Spielschluss auch Torhüter Reto Berra, der sämtliche 29 Schüsse der Amerikaner abwehren konnte. «Ich bin kaputt», gab er zu - allerdings nicht, weil er übermässig viel zu tun hatte: «Eigentlich wurde es nur ein- zweimal gefährlich. Aber die Anspannung war enorm, weil es lange nur 1:0 stand.» Berra ist mit einer Fangquote von 96,72 Prozent der statistisch beste Keeper des gesamten Turniers. Trotzdem dürfte im Final gemäss Simpson wieder Martin Gerber zum Zuge kommen.

Kampfansage von Niederreiter

Die mangelnde Chancenauswertung war auch Nino Niederreiter ein Dorn im Auge: «Ich wurde nervös, als lange kein Tor fiel.» Doch ausgerechnet er sorgte zur Spielmitte für das wegweisende 1:0. «Wir wussten, dass wir keinen Respekt vor den USA zeigen dürfen.» Jetzt erhalte die Schweiz im Final eine unglaubliche Chance: «Wir können auch die Schweden schlagen», ist der Bündner überzeugt. «Jetzt holen wir den Kübel!»

Komplimente aus den USA

Grosses Lob kam auch vonseiten der Verlierer: «Die Schweiz spielte einen aussergewöhnlichen Match vom Anfang bis zum Schluss», zeigte sich USA-Coach Joe Sacco beeindruckt. «Da war kaum freies Eis vorhanden. Wir haben in der Offensive wenig zustande gebracht, weil die Schweiz sehr gut verteidigt hat.»

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Höhepunkte Schweiz - USA («sportlive»)

3:48 min, vom 18.5.2013

TV-Hinweis

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Den WM-Final zwischen der Schweiz und Schweden können Sie am Sonntagabend ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei und im Livestream mitverfolgen.

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