Plüss: «Die Leute hier reiben sich verwundert die Augen»

Nach Siegen gegen die Eishockey-Grossmächte Schweden und Kanada ist der Schweizer Nationalmannschaft gegen Tschechien der nächste Coup an der WM geglückt. «Schlicht sensationell!», lobte Trainer Sean Simpson die erneute Meisterleistung seines Teams.

Co-Gastgeber Schweden wurde zum WM-Auftakt sensationell bezwungen. Und keine 24 Stunden nach dem Coup gegen die mit NHL-Stars gespickten Kanadier besiegte die Schweiz einen weiteren WM-Mitfavoriten: Beim Sieg über Tschechien schuf das Team von Sean Simpson im Schlussdrittel die Differenz, nachdem man zwischenzeitlich einen 2:0-Vorsprung verspielt hatte.

Simpson: «Mannschaft hat Charakter gezeigt»

«Ich dachte wirklich, dass wir nach dem 2:2-Ausgleich der Tschechen etwas Müdigkeit zeigen würden», gestand Trainer Simpson nach Spielschluss. «Doch mit der Reaktion im Schlussdrittel hat die Mannschaft Charakter gezeigt.» Der 52-Jährige fügte nach den 3 Siegen gegen Top-Nationen ungläubig an: «Wir wussten, dass wir für eine, vielleicht 2 Überraschungen gut sein können. Aber für 3? Das ist schlicht sensationell.»

Moser: «Berra hielt uns im Spiel»

Simon Moser, Schütze des wegweisenden 3:2, lobte Schlussmann Reto Berra: «Er hat uns nach dem Ausgleich der Tschechen im Spiel gehalten.» Berra selbst stellte die Mannschaftsleistung in den Vordergrund: «Defensiv spielten wir sehr gut, was das Leben für einen Torhüter natürlich einfacher macht.»

Niederreiter: «Gegen stärkere Nationen ist es einfacher»

Nino Niederreiter, wie bereits gegen Schweden und Kanada erneut erfolgreich, richtete auch in der Stunde des Erfolgs den Blick bereits wieder nach vorne: «Bis jetzt waren wir die Underdogs, nun gehen wir als Favoriten ins Spiel.» Die Schweiz bestreitet ihr 4. WM-Spiel am Mittwoch gegen Aufsteiger Slowenien. Der AHL-Söldner sprach dann auch jene Tatsache an, welche den Schweizern seit Jahren Mühe bereitet: «Es ist immer einfacher, gegen die stärkeren Nationen zu spielen.»

Plüss: «In Schweden reiben sich viele die Augen»

Auch Stürmer Martin Plüss blies ins selbe Horn: «Gegen Top-Nationen ist es vor allem zu Beginn einfacher, da sie dann noch nicht so eingespielt sind.» Die kleineren Nationen seien aufgrund der Vorbereitungs-Turniere im Vorfeld der WM ähnlich eingespielt wie die Schweiz. Plüss, der schwedischen Sprache aufgrund seines Engagements in der Elitserien von 2004 bis 2008 mächtig, fügte nicht ganz ohne Stolz an: «Viele Leute hier reiben sich schon ein wenig verwundert die Augen, dass wir die 3 Partien für uns entscheiden konnten.»