Sean Simpson: In 12 Monaten von umstritten zu unbestritten

Vor einem Jahr und dem 11. Platz an der WM in Helsinki haben nicht wenige die Absetzung von Nati-Trainer Sean Simpson gefordert. Nun wird er als der Mann, der die Schweiz zur 1. Medaille seit 60 Jahren geführt hat, gefeiert.

Video «EISHOCKEY: Sean Simpson an der WM» abspielen

Sean Simpson, der Baumeister des WM-Erfolgs

1:17 min, vom 20.5.2013

Es geht manchmal schnell im Sport: Als die Schweizer Nati vor einem Jahr die WM in Helsinki nur auf dem enttäuschenden 11. Platz abschloss, stand Coach Sean Simpson heftig in der Kritik.

Von verschiedenen Seiten wurde seine Entlassung gefordert. Der Schweizer Verband hielt - nicht zuletzt aus finanziellen Überlegungen - am 53-Jährigen fest und hat jetzt den Lohn in Form einer WM-Silbermedaille erhalten.

Simpson, der akribische Arbeiter

Simpson ist innerhalb von 12 Monaten vom Versager zum Helden avanciert oder «from zero to hero» aufgestiegen, wie man in seiner Heimat sagen würde. Mit seiner akribischen Arbeit führte er die Schweiz zum grössten Erfolg in der Nati-Geschichte. «Er ist ein zuverlässiger 'Schaffer' und überlässt nichts dem Zufall», beschreibt Lars Weibel Simpson. Der heutige SRF-Eishockey-Experte war als Aktiver unter dem Kanadier Goalie beim EV Zug.

Die richtige Taktik gefunden

Simpson hat in Stockholm alles richtig gemacht, nachdem ihm dies 2012 im 800 km östlich gelegenen Helsinki nicht gelungen war. Er fand die richtige Zusammenstellung der einzelnen Blöcke, liess etwas defensiver spielen und stimmte das Team immer perfekt auf den Gegner ein.

Natürlich kam ihm auch entgegen, dass er auf einen Spieler wie «MVP» Roman Josi zurückgreifen konnte, ohne den der Finalvorstoss wohl nicht möglich gewesen wäre. Auch konnte die Schweiz 2013 auf herausragende Goalie-Leistungen zählen und legte vor dem Tor eine nie dagewesene Effizienz an den Tag.

Verschworene Einheit

Simpson ist es gelungen, die Nati-Spieler zu einer verschworenen Einheit zu formen. Die Schweizer Akteure lobten denn auch unentwegt den aussergewöhnlichen «Spirit» und die Chemie innerhalb des Teams. Einsatz und Kampfgeist waren herausragend. Gemeinsam mit seinen beiden Assistenten Colin Muller und Patrick Fischer kitzelte Simpson alles aus seinen Schützlingen heraus.

Erfolge auf Klubebene

Dass Simpson ein erfolgreicher Klubtrainer ist, hat er mit den Meistertiteln in München und Zug sowie dem «Double» Champions League/Victoria Cup mit den ZSC Lions bewiesen. Nun hat er 3 Jahre nach dem bitteren Viertelfinal-Out an der WM in Deutschland auch seine Reifeprüfung als Nationalcoach abgelegt.

Von diesem grossartigen Erfolg in Schweden werden nicht nur die Spieler, sondern auch der Trainer noch lange zehren. Und beim nächsten Rückschlag wird Simpson mit Sicherheit nicht sofort wieder zur Diskussion stehen.