Babbel: «Derdiyok ist eine faule Sau»

Luzern-Trainer Markus Babbel wagte sich ins Radiostudio. Im Zwiegespräch mit SRF 3 redete der ehemalige Europameister über den Menschen Markus Babbel, den Machtkampf mit Rolf Fringer, Niederlagen und den Reiz des Fussballs.

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      «Mit Sforza konnte ich als Mitspieler nichts anfangen»
      Angesprochen auf einige Weggefährten meint Babbel über Ciriaco Sforza: «Er ist mittlerweile ein angenehmer Zeitgenosse. Als Mitspieler konnte ich mit ihm nichts anfangen.» Marco Streller sei ein «super Junge», Ottmar Hitzfeld «der beste Trainer, den ich hatte.» Etwas kritisch beurteilt er Nati-Stürmer Eren Derdiyok: «Eine faule Sau. Er könnte bei Barcelona oder Real spielen, jetzt spielt er in der Türkei. Er bringt sehr viel mit, nicht aber die Mentalität. Bei Hoffenheim war er einfach ein fauler Hund.»
    • 2.
      «Ruedi Stäger hat zu mir gehalten»
      Anfang Jahr wollte Rolf Fringer, damaliger FCL-Sportchef, Coach Markus Babbel durch dessen Co-Trainer Roland Vrabec ersetzen. Ein internes Duell um Kompetenzen entbrannte – mit dem besseren Ende für Babbel. «Es gab keinen Machtkampf von meiner Seite aus», betont der Bayer, welcher sich einerseits enttäuscht von Fringer und Vrabec zeigt. Andererseits schätze er aber die Unterstützung von Klubpräsident Ruedi Stäger sehr.
    • 3.
      Babbel und die «Droge» Fussball
      Konfrontiert mit der Tatsache, dass viele ehemalige Fussballprofis der Branche in anderen Funktionen erhalten bleiben, beurteilt Babbel folgendermassen: «Es ist schon eine gewisse Sucht dahinter. Das Adrenalin am Spieltag, der Druck, performen zu müssen – das nicht mehr zu haben, ist ein komisches Gefühl. Ich finde keine adäquate Ersatzarbeit zum Fussball.»
    • 4.
      Wäre ein langfristiges Engagement reizvoll?
      Der 44-Jährige schätzt es, in seiner Funktion stets «neue Orte, neue Leute kennenzulernen. Müsste ich 30-40 Jahre am selben Ort leben, ich würde sterben», so Babbel. Doch die Medaille hat auch eine Kehrseite: Als Fussballtrainer bleiben viele andere Verpflichtungen auf der Strecke. Keiner weiss das besser als der Vater von 4 Kindern. Langfristige Planung ist kaum möglich. So hofft er doch, «es irgendwo langfristig zu schaffen.»
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      Der CL-Final '99: «Mit das Bitterste, was man erleben kann»
      Der 26. Mai 1999: Ein Datum, welches wohl jedem Fussball-Fan ein Begriff ist. Im Final der Champions League führt Bayern München gegen Manchester United bis zur 91. Minute mit 1:0. Dann gleicht erst Teddy Sheringham aus, ehe Ole Solskjaers 2:1-Siegtreffer für die Engländer den Schlusspunkt in einem der grössten Dramen der Fussballhistorie setzt. Babbel, vor 17 Jahren in der Bayern-Abwehr mittendrin, sagt in der Retrospektive: «Es war bitter, aber ich bin froh, dabeigewesen zu sein.»

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Super League