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Challenge League FC Wil: Wohin steuert das sinkende Schiff?

Der Abgang der türkischen Investoren bedeutet für die Spieler des FC Wil empfindliche Lohneinbussen. Wer springt ab – und welche Konsequenzen zieht der Klub?

FC-Wil-Präsident Roger Bigger ratlos vor Medienmikrofonen
Legende: Steht erneut vor einem Scherbenhaufen FC-Wil-Präsident Roger Bigger. EQ Images

«Ich weiss es nicht», sagt Roger Bigger auf die Frage, weshalb die Investoren um Mehmet Nazif Günal ausgestiegen sind. Ähnlich ratlos dürfte Wils Präsident sein, was die Zukunft seines Kaders betrifft. Bekannte Namen hat der Ruf des Geldes in der jüngeren Vergangenheit in die Ostschweiz gelockt:

  • Arnaud Bühler (32) verliess Lausanne im Sommer 2016 trotz Aufstieg
  • Johann Vonlanthen (31) kam vor einem Jahr zum FC Wil
  • Mattia Bottani (25) spielte bis August 2016 vier Jahre für den FC Lugano
  • Jocelyn Roux (30) spielte vor 7 Jahren noch in der Europa League

Laut Bigger hat Günal 18 Millionen Franken in Wil investiert. Von Monatslöhnen um 15'000 Franken wird gemunkelt – während sonst in der Challenge League viele Spieler keine 5000 Franken verdienen. Es ist daher äusserst fraglich, welche Spieler den Ostschweizern trotz Lohneinbussen die Treue halten werden.

Zudem fragt man sich: Wann kehrt beim FC Wil die Vernunft ein? Schon zum dritten Mal in diesem Jahrtausend scheitert der Klub an seinen übersteigerten Ambitionen:

  • 2002 Biggers Vorgänger Andreas Hafen fliegt als Betrüger auf. Bei seinem Arbeitgeber UBS hat er 48 Millionen abgezweigt und rund ein Viertel davon in den FC Wil gesteckt.
  • 2003 Kaum im Amt, holt Bigger 2003 den Investor Igor Belanow, der fast die ganze Mannschaft auswechselt. Doch dem Ukrainer vergeht innert Jahresfrist die Lust – und die Spieler warten teils Monate auf den Lohn
Legende: Video Türkische Investoren lassen FC Wil fallen abspielen. Laufzeit 2:22 Minuten.
Aus sportaktuell vom 08.02.2017.

Sendebezug: SRF 1, «schweiz aktuell», 08.02.2017, 19:00 Uhr

6 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Beim FC Wil, werden für gewisse Spieler viel zu hohe Saläre bezahlt. Ein Grund mehr für die weniger gut bezahlten Spieler ihre sportlichen Leistungen zu kürzen. So bleibt auch der Erfolg aus. Zusammengekauft Spieler garantieren nicht immer einen Erfolg. Die Investoren benützen solche Club,s gerne als Gedwäscherei. Schade, dass viele Verantworliche solcher Vereine immer wieder auf leere Versprechungen herein fallen.
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  • Kommentar von Joel Pfister (schoel)
    Das Risiko ist man selbst eingegangen, so hat man es auch zu tragen! Trotzdem kann einem Bigger leid tun! In Biggers Adern fliesst seit über 12 Jahren das Blut des FC Wils. In einem persönlichen Interview am 09.09.2014 erklärte mir Bigger die Philosophie des Vereins. Damals gab es noch keine Anzeichen eines ausländischen Investors und man wollte dieses Risiko auch kein zweites Mal eingehen. Das Ziel war es, den Klub langfristig zu stärken und in den obersten zwei Spielklassen zu etablieren!
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  • Kommentar von Werner Blatter (blatti)
    Soviel Geld für sowenig Leistung? Grausam....Solche Vereine sollten von Gesetzes wegen geschlossen oder verboten werden können! FC Wil ist das Parade Beispiel über Jahrzehnte hinweg alles falsch zu machen und dabei auch immer überheblich zu sein, schaffen auch nicht alle! Nebenbei 200000.- Jahreseinkommen für Provinz Fussball, besser gesagt Grümpeli Niveau momol!!!
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