FC Wohlen im «Fall Wellington» gebüsst

Der FC Wohlen und zwei Klub-Funktionäre sind von der Swiss Football League (SFL) mit insgesamt 20'000 Franken gebüsst worden. Der Challenge-League-Klub hatte mit dem brasilianischen Spieler Wellington zwei verschiedene Arbeitsverträge abgeschlossen.

Andreas Wyder

Bildlegende: Andreas Wyder Der Delegierte des Verwaltungsrats beim FC Wohlen war nach Ansicht der SFL der Hauptverantwortliche in der Affäre. Keystone

Der FC Wohlen habe mit dem Brasilianer Wellington im Juni 2013 «zweifelsfrei zwei Arbeitsverträge abgeschlossen und unterzeichnet», schrieb die Disziplinarkommission der SFL in ihrem Urteil.

«Den Fussball in Verruf gebracht»

Der eine Arbeitsvertrag mit einem Monatslohn von 3000 Franken wurde bei der SFL eingereicht, der andere mit 3800 Franken pro Monat beim Migrationsamt des Kantons Aargau. Ziel sei gewesen, eine Arbeitsbewilligung für den Spieler zu erhalten.

Mit der Aufsetzung zweier Verträge und mit der Aufforderung an Wellington, beide Verträge zu unterzeichnen, hätten die Funktionäre des FC Wohlen die Verhaltensgrundsätze des Verbandes verletzt, «stets loyal, integer und sportlich zu handeln. Sie brachten mit ihrem Verhalten den Fussball, und dabei insbesondere die Liga, in Verruf», kritisierte die Kommission.

Kein Punktabzug

Als Hauptschuldigen machte die Kommission Präsident Andreas Wyder aus. Er wird mit 7000 Franken gebüsst. Dem ebenfalls involvierten Geschäftsführer Urs Bächer wurde eine Busse von 3000 Franken aufgebrummt. Der Klub selbst muss zusätzliche 10'000 Franken bezahlen. Von einem Punktabzug gegen den Tabellenletzten der ChL sieht die SFL ab.

Wyder nannte die Höhe der Busse «hart», zeigte sich aber erleichtert, dass auf einen Punktabzug verzichtet wurde. Der Entscheid kann binnen fünf Tagen beim Rekursgericht der Liga angefochten werden. Wyder deutete an, dass er seine Busse akzeptieren werde.

Neben der Sportgerichtsbarkeit befasst sich auch die Justiz des Kantons Aargau mit der Affäre. Ein rechtskräftiges Urteil steht noch aus.