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Champions League AS Monaco: Das teure Spielzeug verliert wieder an Glanz

Die AS Monaco trifft am Mittwoch im Hinspiel der Champions-League-Achtelfinals auswärts auf Arsenal London. Bei den Franzosen ist nach grossen Investitionen und einer starken letzten Saison der Glanz wieder am verblassen. Ein Erfolg in der «Königsklasse» könnte dies ändern.

Monaco-Trainer Leonardo Jardim gibt seinen Spielern Anthony Martial und Bernardo Silva an der Seitenlinie Anweisungen..
Legende: Gesprächsbedarf Monaco-Trainer Leonardo Jardim (r.) instruiert seine Spieler Anthony Martial und Bernardo Silva. Imago

Die AS Monaco blickt auf eine Geschichte mit Höhen und Tiefen zurück. In der Saison 2003/04 war der Klub aus dem Fürstentum drauf und dran, den europäischen Fussball-Thron zu erklimmen. Dank Erfolgen über Chelsea und Real Madrid erreichte der siebenfache französische Meister den Champions-League-Final. Dort gab es gegen den FC Porto dann aber eine 0:3-Niederlage.

Nach diesem Exploit setzte in Monaco der schleichende Absturz ein, der 2011 nach 34 Jahren durchgehender Angehörigkeit in der Ligue 1 im Abstieg aus der höchsten Spielklasse gipfelte. Sportlich und auch finanziell angeschlagen, tauchte just zu dieser Zeit ein Hoffnungsschimmer am Horizont auf: Der russische Milliardär Dmitri Rybolowlew stieg beim Klub ein und übernahm das Präsidentenamt.

Dank russischen Millionen zurück zum Erfolg

Dank den Investitionen von Rybolowlew schaffte Monaco 2013 den Wiederaufstieg und verstärkte sich für die Saison 2013/14 unter anderen mit Joao Moutinho, James Rodriguez und Radamel Falcao. Ingesamt 170 Millionen Euro wurden für neues Personal ausgegeben. Das Engagement des russischen Präsidenten zahlte sich aus: Hinter Paris St-Germain belegte Monaco sogleich den 2. Platz in der Ligue 1.

Rybolowlews schwindendes Interesse

Der grosse Aufschwung ist nach nur einer Saison aber wieder ins Stocken geraten. Aus verschiedenen Gründen scheint Rybolowlew das Interesse an seinem «Spielzeug» wieder verloren zu haben. Die Superstars Falcao (zu Manchester United) und Rodriguez (zu Real Madrid) sind schon wieder weg, für Ersatz liess der Präsident nur noch rund 24 Millionen Euro springen.

Die Folge: Das vom Portugiesen Leonardo Jardim trainierte Monaco ist derzeit wieder weiter davon entfernt, den Spitzenteams wie PSG oder Lyon ernsthaft Konkurrenz leisten zu können. In der Ligue 1 belegt der Klub den 4. Platz. Nimmt das Interesse von Rybolowlew an seinem Klub weiter ab, scheinen weitere Spitzenklassierungen eher unwahrscheinlich.

Champions League als Werbung in eigener Sache

Eine Möglichkeit, die Brieftasche von Rybolowlew wieder weiter zu öffnen, bietet sich Monaco in der Champions League. Gegen Arsenal und seinen Coach Arsène Wenger, der die Monegassen vor seinem Wechsel nach London von 1987 bis 1994 trainierte und am Mittwoch zum ersten Mal auf seinen Ex-Klub trifft, bietet sich die Chance für Werbung in eigener Sache. Und sollte Monaco wie vor elf Jahren gar bis in den Final vorstossen, würde dies die Liebe von Rybolowlew für sein Spielzeug vielleicht wieder so richtig entfachen.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 25.02.2015, 06:17 Uhr

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Verfolgen Sie die Partie zwischen Bayer Leverkusen und Atletico Madrid ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei und im Liveticker. Im Anschluss sehen Sie eine Zusammenfassung des Spiel zwischen Arsenal und Monaco.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Simon, Bern
    Die Gründe für die Abgänge von James Rodriguez und Falcao und die gedrosselten Ausgaben liegen in erster Linie im Financial Fairplay der Uefa, das ab dieser Saison richtig greift (oder sollte). Dass der Präsident die Lust am "Spielzeug" (sind Chelsea oder der FC Basel zu Gigi Oeris Zeiten auch so abfällig tituliert worden?) ist nach einer erfolgreichen letzten Saison eher unwahrscheinlich.
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    1. Antwort von Andrin Braendle, St. Gallen
      Die Sache ist weiter als nur auf sportlicher Basis zu beachten. Oligarch Rybolowlews Vergangenheit bringt darüber Aufschluss. 1996 soll er einen Mord in Auftrag gegeben haben (11 Monate Gefängnis) und im Jahre 2006 stürzte eine Kali-Mine seines Unternehmens auf ungewöhnliche Art und Weise ein. Für mich ist der Fall klar, der Gesuchte sucht im Fürstentum Asyl, was ihm Immunität verleihen würde. Fürst Albert (selbst Fan) will diese aber Staatsangehörigkeit aber nicht aussprechen. Ein Machtkampf!
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    2. Antwort von Canterano, Valdebebas
      Sehe es auch nicht als "Spielzeug". Die finanzstarken Besitzer bei City, Chelsea, ManUnited usw. sind nun schon seit einiger Zeit im Amt mit sehr viel Erfolg. Es ist sogar gut, dass auch in Frankreich mehr Geld vorhanden ist, damit schlussendlich die CL etwas spannender wird, nicht wie in den letzten Jahren 2-3 (Spanien) oder sogar alle 4 Teams (2008, England) aus der selben Liga im Halbfinale standen. Umso schöner ist es, dass Lyon an der Spitze steht mit ihren vielen Nachwuchsspielern!
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    3. Antwort von Jim James, Zürich
      2008 waren doch "nur" 3 Teams aus England im CL Halbfinale, ManU-Barça und Liverpool-Chelsea. Wenn ich mich recht erinnere...
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    4. Antwort von Canterano, Valdebebas
      @Jim James: Stimmt, Sie haben Recht! Sind schon etwas ältere Erinnerungen, war damals gerade mal 11 Jahre alt...Doch jetzt kommt es mir wieder: Scholes' Weitschuss gegen Barca, ein Traum!
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