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Champions League Barcelona: Das definitive Ende der Tiki-Taka-Ära?

Der FC Barcelona hat zum ersten Mal seit 2007 den Einzug in die Champions-League-Halbfinals verpasst. Bei der kapitalen 0:1-Auswärtsniederlage gegen Atletico Madrid wurden den Katalanen ihre Schwächen und Limiten deutlich aufgezeigt.

Ein enttäuschter Lionel Messi nach dem Out im Champions-League-Viertelfinal.
Legende: Geschlagen Ein enttäuschter Lionel Messi nach dem Out im Champions-League-Viertelfinal. Keystone

Mit einer furiosen Startphase legte Atletico Madrid im Viertelfinal-Rückspiel gegen Barcelona den Grundstein zur Halbfinal-Qualifikation. Erst nach und nach vermochte Barcelona sein gewohntes Kuzpass-Spiel aufzuziehen. Trotz viel Ballbesitz fehlten den Katalanen aber die zündenden Ideen, Chancen blieben gegen ein defensiv stabiles und kampfstarkes Atletico Mangelware. Das (verdiente) Ausscheiden konnte das harmlose Barcelona so nicht mehr abwenden.

Mit Tiki-Taka zu 14 Titeln in 4 Jahren

Noch bis vor rund zwei Jahren war «Barça» die unbestrittene Nummer 1 in Europa. Vor allem unter der Leitung von Josep Guardiola war der Klub eine absolute Macht. 14 Titel in 4 Jahren, darunter 2 in der Champions League, sprechen eine deutliche Sprache. In dieser Zeit war kaum ein Team dem unnachahmlichen Tiki-Taka-Spiel von Lionel Messi und Co. gewachsen.

Wachablösung 2012 eingeleitet

Erste Risse erhielt das Erfolgsmodell 2012. Im letzten Amtsjahr von Guardiola scheiterte Barcelona überraschend im CL-Halbfinal am späteren Gewinner Chelsea. Die Engländer entzauberten die Spanier und zeigten anderen Teams einen Weg, wie man Barcelona bezwingen kann. Mit einer starken Defensive und zielstrebigen Kontern zogen die «Blues» dem Favoriten den Zahn.

Zur definitiven Wachablösung im europäischen Fussball kam es schliesslich 2013. Gegen den neuen Kontinental-Primus Bayern München musste Barcelona im CL-Halbfinal mit dem Gesamtskore von 0:7 die Segel streichen und blieb dabei absolut chancenlos.

Saison ohne Titel droht

Dass die grosse Zeit des von Messi, Iniesta und Xavi einst so unwiderstehlich zelebrierten Tiki-Taka-Fussballs wohl definitiv zu Ende ist, zeigt sich in der aktuellen Saison deutlich: Nach der Enttäuschung in der «Königsklasse» drohen die Katalanen auch in der heimischen Meisterschaft leer auszugehen. Ausgerechnet Atletico Madrid macht Barcelona derzeit den Titel streitig.

Goldene Zeiten für Atletico

So hart die Zeiten bei Barcelona derzeit sind, so euphorisch ist die Situation im Moment bei Atletico. Der Leader der Primera Division steht zum ersten Mal überhaupt im Halbfinal der Champions League. Und das Team von Diego Simeone hat noch lange nicht genug. Der erste bedeutende Titel der Klub-Geschichte ist für Atletico in Reichweite.

Legende: Video Zusammenfassung Atletico Madrid - Barcelona abspielen. Laufzeit 06:04 Minuten.
Aus sportlive vom 09.04.2014.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Fabio Del Bianco, Spiez
    Barcelona ist NICHT am Ende seiner "Tiki-Taka-Philosophie"; glaub ich nicht. Doch manchmal ist man eben schlagbar. Weiterhin ist Barca ein grosses Team mit Ausnahmefussballer, welche grosses Verständnis für die Materie haben. Die Katalanen werden nächstes Jahr wieder da und schwer zu schlagen sein.
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  • Kommentar von A. Vespucci, Zentralschweiz
    Liebes SRF, vielleicht wäre der Kollegialitätsgedanke hier nicht schlecht. Abgesehen das Barca keineswegs ohne Chnace war, wird zuerst am TV geprahlt wie toll und abwechslungsreich das Spiel, das Barca mindestens 3 Tore hätte machen müssen und das kein Bikini zwischen Neymars Kopfball und dem Posten passte. Nun, 1 Tag später, ein Artikel auf der Webseite wie chancenlos Barca war, das Ende einer Ära usw... Bin keineswegs Barca Fan, aber ein bisschen objektive Betrachtung schadet niemandem...
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  • Kommentar von D. Häberlin, Berlingen
    Mir hat dieses ewige Hin-und-Her-Passspiel der Spanier ohnehin nie gefallen (das gleicht ja schon fast einer Art Standfussball). Meiner Meinung nach gehört die Zukunft Mannschaften, die, wenn sie den Ball mal haben, auch etwas damit anzufangen wissen (und nicht nur auf möglichst viel Ballbesitz setzen). Ich hoffe, dieser Trend setzt sich auch auf der Länderspiel-Ebene durch; Mannschaften wie Portugal, Chile oder Russland könnten von dieser Entwicklung profitieren.
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    1. Antwort von Dominik Fussballer, Herisau
      Sie haben nie selber Fussball gespielt stimmts? Sonst wüssten sie nämlich das dieses Kurzpassspiel enorm viel Laufarbeit ohne Ball verlangt! Also keineswegs Standfussball!
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    2. Antwort von D. Häberlin, Berlingen
      Ja, ich geb's ja zu, dass ich nie selber Fussball gespielt habe. Aber glauben Sie mir, ich verfolge den internationalen Fussball schon seit Jahren und weiss, wovon ich spreche. Für mich sieht es einfach wie Standfussball aus, weil der ballführende Spieler sich in den meisten Fällen kaum bewegt. Ausserdem hat sogar Carles Puyol (Barcelona-Spieler!) einmal selbst gesagt, dass die Mannschaft, die weniger Ballbesitz hat (also nicht dieses Passspiel aufzieht), mehr laufen muss. Daher meine Aussage.
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    3. Antwort von julian Fussballexperte, Bern
      Dieses Kurzpassspiel verlangt enorm viel Laufarbeit, wenn Barca einmal laufen würde. Unter Pep Guardiola hat man dauernd Doppelpässe gespielt, hat Gegner und Mitspieler immer wieder hinterlaufen. Jedoch das heutige Barca-Spel ist an Ideenlosigkeit nicht mehr zu übertreffen. Alle ausser Alexis sind nur rumgestanden, wenn sie den Ball nicht in eigenen Füssen hatten!!
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