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Champions League Bayern prallen an der Atletico-Mauer ab

Atletico Madrid hat gegen Bayern München mit einem 1:0-Heimsieg im Champions-League-Halbfinal vorgelegt. Der Erfolg basiert auf einer überragenden Defensivarbeit und ist einem Traumtor Saul Niguez' zu verdanken.

  • Die 53'000 Zuschauer bekommen nur 1 Tor zu sehen – dafür ein sehenswertes
  • Die Atletico-Abwehr hält dicht. Ihre stolze Bilanz: Nur 5 Gegentore aus 11 CL-Partien 2015/16
  • Spanien bleibt für Bayern ein hartes Pflaster: Im 13. Spiel setzt es die 9. Niederlage ab

Das Vicente Calderon bleibt eine uneinnehmbare Festung. Auch das glorreiche Bayern München konnte daran nichts ändern. Ab der 2. Halbzeit war der Sturmlauf der Gäste kaum mehr aufzuhalten. Dennoch hielten die Madrilenen dem Druck stand und liessen in der königlichen K.o.-Phase im 7. Heimspiel hintereinander keinen Gegentreffer zu.

Schwindlig gedribbelt

Begünstigt durch den Spielverlauf konnte sich das Team des argentinischen Coachs Diego Simeone früh in seiner Hälfte einigeln und kompromisslos verteidigen.

Legende: Video Saul dribbelt beim 1:0 die Bayern-Abwehr schwindlig abspielen. Laufzeit 0:48 Minuten.
Aus sportlive vom 27.04.2016.

Denn die in der Startphase noch offensive Ausrichtung hatte bereits in der 11. Minute gefruchtet. Mit seinem Solo entblösste Saul Niguez die gesamte Bayern-Abwehr. Der spanische U21-Nationalspieler schnappte sich kurz nach der Mittellinie den Ball und liess einen um den anderen Gegenspieler aussteigen. Im Strafraum setzte er frech zu einem Schlenzer an und traf via Pfosten. Es war dies Sauls 3. Tor in der laufenden CL-Kampagne.

70 Prozent Ballbesitz genügen nicht

Die Deutschen mussten nun agieren – konnten aber nicht entscheidend reagieren. Immerhin kamen nach der Pause ihre spielerischen Qualitäten besser zur Entfaltung. Aus den 70 Prozent Ballbesitz kreierten die Bayern nun auch Torgefahr.

In der 48. Minute bot sich Arturo Vidal eine erste Chance. Der eigentliche Warnschuss kam von David Alaba, der aus 30 Metern an die Latte hämmerte. Bei der nächsten brenzligen Situation mit Javi Martinez in der Hauptrolle klärte Atletico-Keeper Jan Oblak. Der Slowene blieb bis zum Schluss jederzeit Herr der Lage.

Auf der Gegenseite verpasste Fernando Torres in der 75. Minute die Entscheidung und eine bessere Ausgangslage fürs Rückspiel: Er traf mit dem Aussenrist nur den Pfosten.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 27.04.2016 20:00 Uhr

20 Kommentare

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  • Kommentar von Josef Heinrich, Wil
    Es würde mich interessieren, wie die Einschätzung dieses Spiels wäre, wenn es 0:0 geendet hätte. Würde man nicht auch von einem enttäuschenden Spiel sprechen? Das frühe Traumtor von Saul und damit der Rückstand der bei Vielen unbeliebten Bayern erzeugten einfach eine bessere Stimmung auch beim Zuschauen am TV. Dass bis zur Pause dann mehr oder weniger Flaute war, wird so übersehen. Und in der zweiten Halbzeit war es eine recht einseitige Angelegenheit mit dem glücklosen Anrennen der Bayern.
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  • Kommentar von Alberto da Vinci, Pratteln
    Guardiola hat sich verpokert. Gegen eine defensiv eingestellte Mannschaft einen Müller nicht von Anfang an spielen zu lassen ist fahrlässig. Das er als 3 Wechsel ein Benatia bringt und nicht ein Götze bleibt auch sein Rätsel. Simeone hat alles richtig gemacht Guardiola vieles falsch. Im Rückspiel hat er die Chance dies zu korrigieren aber es wird verdammt schwer. Ein Gegentor und Bayern steht nicht im Finale.
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  • Kommentar von Arno Bürgin, Basel
    Catenaccio vom Feinsten. Zuerst ein Tor erzielen und dann die restlichen Minuten dicht halten. Resultat ist ein 1:0 - und das im eigenen Stadion. Natürlich taktisch völlig legitim, aber das ist für den fussballbegeisterten Zuschauern kaum attraktiv. Gepaart mit der unfairen Spielweise unter Trainer Simeone ist für mich Atletico Madrid das Team, das ich nicht im Finale sehen möchte. Alle, die AM anfeuern, tun dies wohl eher aus Abneigung gegen Bayern und nicht aus Interesse an gutem Fussball.
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    1. Antwort von Dieter Horst, Dietikon
      Völlig korrekt :)
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    2. Antwort von Peter Imfeld, Gelterkinden
      Das sehe ich komplett anders. Klar für Unterhaltungsfanatiker ist das Spiel von Atletico nicht attraktiv. Für Leute die Ahnung von Fussball haben, sehen da durchaus hochstehenden Fussball. Ein grosser Trainer hat mal gesagt: " Ein guter Trainer kann jedes Team trainieren und holt die Stärken aus der Mannschaft." Ich sehe derzeit kein Trainer der dies besser tut als Simeone. Und was gestern unfair an der Spielweise war wüsste ich auch gerne. PS: Bin seit 1995 Atletico Supporter. Habe fertig.
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    3. Antwort von Arno Bürgin, Basel
      @Peter Imfeld: Gute Antwort. Aus taktischer Sicht war das tatsächlich gut gemacht. Betreffend unfair müssen aber auch Sie zugeben, dass - obwohl das Spiel gestern fair war - Atletico unter Simeone oftmals an der Grenze der Legalität agiert oder diese auch gerne mal überschreitet.
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