Bayern unter Guardiola: Barcelona 2.0

Langsam nimmt der FC Bayern unter dem neuen Trainer Pep Guardiola Konturen an. Parallelen zu Barcelona sind unübersehbar, doch der Spanier bewies im Champions-League-Gastspiel bei Manchester City, dass er sich weiterentwickelt hat.

Pep Guardiola gibt seit dieser Saison beim FC Bayern die Richtung vor.

Bildlegende: Da geht's lang Pep Guardiola gibt seit dieser Saison beim FC Bayern die Richtung vor. Keystone

Er galt als der erste grosse Härtetest in der laufenden Saison - und er wurde mit Bravour bestanden: Der Champions-League-Match gegen Manchester City sollte darüber Aufschluss geben, wo Bayern München unter dem neuen Trainer Pep Guardiola im internationalen Vergleich steht. Nach dem Gastspiel im Nordwesten Englands ist klar: Mit dem Titelverteidiger wird auch in dieser Saison in der «Königsklasse» zu rechnen sein.

Diverse Umstellungen unter Guardiola

Bei seiner Verpflichtung hatte Guardiola im Sommer angekündigt, nur leichte Anpassungen am erfolgreichen System seines Vorgängers Jupp Heynckes vorzunehmen. Eine leichte Untertreibung, wie sich herausstellen sollte. Denn bald einmal sahen sich die Bayern-Zuschauer an das auf viel Ballbesitz basierende Tiki-Taka-Kurzpass-Spiel, welches Guardiola mit grossem Erfolg bei Barcelona praktiziert hatte, erinnert. Dazu kam eine Umstellung vom 4-2-3-1 auf ein 4-1-4-1-System und Captain Philipp Lahm, einer der weltbesten Aussenverteidiger, wurde kurzerhand zum Sechser umfunktioniert.

Und als hätte es noch einen Beweis gebraucht, dass Guardiola seiner aus Barcelona bekannten Linie treu bleibt, schickte er sein Team in Manchester ohne eigentlichen Stürmer auf den Platz. Mario Mandzukic musste auf der Bank Platz nehmen, Thomas Müller fungierte auf dem Matchblatt als einzige Spitze.

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FC Bayern: Erst Tiki-Taka - dann der lange Ball («sportlive»)

0:44 min, vom 3.10.2013

Kein Barcelona-«Abklatsch»

Bayern jedoch nur als «billigen Abklatsch» von Guardiolas Barcelona zwischen 2008 und 2012 zu sehen, würde der Arbeit des Spaniers nicht gerecht werden. Denn der 42-Jährige hat es durchaus verstanden, sich weiterzuentwickeln und erfolgreiche Elemente seines Vorgängers beizubehalten.

Bestes Beispiel ist hierbei das 2:0 durch Müller: Nach der Balleroberung folgte eine Kurzpass-Stafette durch das Mittelfeld und dann der weite Ball von Verteidiger Dante in den gegnerischen Sechzehner. Letzteres wäre zu Guardiolas Zeiten bei den Katalanen noch undenkbar gewesen.

Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit?

In der Führungsetage der Bayern zeigte man sich nach dem Sieg gegen Manchester City angetan vom Stil des Teams. «Wir haben eine sehr gute Mannschaft und einen sehr guten Trainer und die arbeiten zusammen. Dann kommt so was raus», schwärmte etwa Präsident Uli Hoeness.

Noch steht die Zusammenarbeit zwischen Guardiola und dem FC Bayern ganz am Anfang. Doch die bisherigen Auftritte lassen vermuten, dass dem «Stern des Südens» eine erfolgreiche Zukunft bevorsteht.