CL-Millionen: And the winner is … Juventus Turin

Die stolze Summe von 905 Millionen schüttet die Uefa an die CL-Teilnehmer aus. Für die Verteilung ist nicht nur das sportliche Abschneiden entscheidend, sondern auch der TV-Markt. Spitzenverdiener ist dieses Jahr Juventus Turin, das steht schon vor den Viertelfinals fest.

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Die Verteilung der CL-Millionen

7:28 min, vom 13.4.2015

«The winner takes it all», der Gewinner kriegt alles. Was Abba inbrünstig durch die Stadien dieser Welt gesungen hat, gilt bezüglich der Verteilung der Champions-League-Millionen nicht.

Illustration der beiden Summen mittels eines gelb und braun eingefärbten Kreises

Bildlegende: Die Aufteilung der Millionen Nur gut die Hälfte der ausgeschütteten Gelder werden gemäss sportlichen Kriterien verteilt. SRF

Von den 905 Millionen Euro, welche die Uefa an die 32 Champions-League-Teilnehmer verteilt, sind 495 Millionen Prämiengelder, welche dem sportlichen Erfolg entsprechend aufgeteilt werden. Die restlichen 410 Millionen sind so genannte TV-Marktgelder. Entscheidendes Kriterium hier: der Wert des nationalen Fernsehmarktes.

Damit die Vereine aus den grossen Märkten ihre Fernsehrechte an die Uefa abtreten, werden sie von der Uefa fürstlich an den Marktgeldern beteiligt. Je mehr TV-Gelder die Uefa aus einem Land einnimmt, desto mehr verteilt sie an Teams der entsprechenden Liga.

Bizarre Vergleiche

Die grössten Profiteure dieses Verteil-Systems sind momentan die französischen und italienischen Klubs: Grosser Markt – wenig Teilnehmer.

Karte von Europa mit der Aufteilung der Millionen an England (72 Mio.), Spanien (67), Frankreich (58), Deutschland (52) und Italien (80).

Bildlegende: Die grossen TV-Märkte Für die Top-Ligen fallen auch die meisten Fernseh-Gelder ab. SRF

Das führt zu bizarren Vergleichen: Olympique Marseille holte in der letzten Saison in der Gruppenphase keinen einzigen Punkt. Dafür bekamen die Franzosen von der Uefa 8 Millionen Start-Prämie, dank zusätzlichen 24 Millionen aus dem TV-Topf ergab sich aber eine Summe von 32 Mio. Euro.

Nur halb so viel kassiert der FC Basel in dieser Saison, trotz des Vorstosses in die Achtelfinals. 14,5 Millionen Prämien, aber nur 1,5 Millionen TV-Gelder gibt es für den einzigen Schweizer Vertreter in der Königsklasse.

Juve und Real füllen ihre Kassen

Zurück zu Abba und dem Gewinner, der alles kriegt. Aufgrund dieses Verteilsystems ist der Champions-League-Sieger nicht automatisch der Topverdiener. Zwar war Real Madrid in der vergangenen Saison sowohl sportlich als auch finanziell die Nummer 1. Im Jahr zuvor schaffte es Bayern München aber als Champions-League-Sieger nicht zum Top-Kassierer. Weil mit Dortmund ein Rivale aus dem eigenen Land Final-Gegner war, musste ein grosses Stück vom TV-Kuchen an den BVB abgegeben werden.

Top-Verdiener 2013 war mit Juventus Turin ausgerechnet das Team, das im Viertelfinal gegen die Bayern chancenlos war und zweimal 0:2 verlor. Und die alte Dame wird ihren finanziellen Triumph in dieser Saison wiederholen. Wie vor zwei Jahren (Milan), spielte auch in dieser Spielzeit mit der AS Roma nur ein Liga-Konkurrent in der Königsklasse. 47 Millionen sind dem italienischen Meister aus dem grossen TV-Topf Italiens bereits sicher, dazu kommen die bisher erspielten 20 Millionen als Prämie – macht 67 Millionen garantiert.

Einzig Paris St. Germain könnte noch auf einen ähnlich hohen Betrag kommen, müsste dazu aber die Champions League gewinnen.

Anpassung auf nächste Saison hin

Der Verteilschlüssel der Uefa wird auf nächste Saison hin angepasst: Das Verhältnis zwischen Prämien und TV-Geldern beträgt nicht mehr 55:45 Prozent, sondern neu 60:40 Prozent. Somit bekommt der Gewinner noch lange nicht alles, aber doch zumindest etwas mehr.

Neue Prämien ab nächster Saison


Saison 2015/2016
Saison 2014/2015
Gruppenphase
12,0
8,6
Sieg in Gruppenphase
1,51,0
Remis in Gruppenphase
0,50,5
Achtelfinal5,53,5
Viertelfinal
6,03,9
Halbfinal7,04,9
Verlierer Final
10,56,5
Gewinner Final
15,010,5
Total Prämien
724,4 (geschätzt)
495,0
Total TV-Marktgelder
482,9409,6



Sendebezug: SRF zwei, sportlounge, 13.4.2015, 22:25 Uhr.