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Champions League Die «Königlichen» im zehnten Himmel

Die Sehnsucht der Real-Fans hat sich nach 12 Jahren des Wartens erfüllt. Casillas, Ronaldo und Co. holten in Lissabon «La Decima» - den zehnten Titel in der Königsklasse.

Marcelo umarmt Ronaldo
Legende: Real jubelt Marcelo und Cristiano Ronaldo feiern den 10. Titel Keystone

Geduld ist keine Stärke der Real-Anhänger. «Als wir mit dem 9. Titel aus Glasgow zurückkehrten, riefen uns die Fans in Madrid zu: 'Und jetzt bitte La Decima'», erinnert sich Cesar Sanchez, der damalige Goalie der «Galaktischen». «Wir antworteten: 'Lasst und doch erst einmal diesen Titel feiern!'».

Doch seit diesem 2:1-Finalsieg über Bayer Leverkusen feierten andere - dreimal Erzrivale Barcelona – und die Fans der «Merengues» mussten 12 Jahre Geduld zeigen. Nun steht Real wieder auf dem Thron. Viel zu lange hatte es gedauert, bis der Nobel-Klub dem eigenen Anspruch gerecht werden konnte, international das Mass aller Dinge zu repräsentieren. Die Suche nach dem 10. Titel (Rekord) war in den letzten Jahren zur Besessenheit geworden.

Legende: Video Highlights Final Real - Atletico abspielen. Laufzeit 6:54 Minuten.
Vom 24.05.2014.

Ancelotti rehabilitiert Casillas

Den wichtigsten europäischen Klub-Titel zu gewinnen, genoss für den spanischen Rekordmeister (32 Titel) schon seit den 6 epochalen Triumphen zwischen 1956 und 1966 oberste Priorität. Dass ausgerechnet Trainer Carlo Ancelotti den Abstand auf die AC Milan, welche er im letzten Jahrzehnt zu den Titeln 6 und 7 geführt hatte, wieder vergrösserte, ist kein Zufall. Der italienische Gentleman glättete die Wogen nach José Mourinhos Amtszeit und beförderte das abgesägte Real-Denkmal Iker Casillas in den Cup-Wettbewerben wieder zur Nummer 1.

Casillas, Weltmeister und zweifacher Europameister, feierte seinen 3. CL-Titel nach 2000 und 2002. Dem 33-Jährigen war es bestimmt, als Captain «La Decima» in die Höhe zu stemmen und seinen Status als «San Iker», dem Fussball-Heiligen, aufzufrischen.

Ronaldos Revanche in Lissabon

Zur Schlüsselfigur wurde aber Weltfussballer Cristiano Ronaldo. Der 29-Jährige stellte auf dem Höhepunkt seiner Karriere nicht nur die Rekordmarke von 17 Toren in einer CL-Saison auf, sondern holte die Trophäe zum 2. Mal nach 2008 (mit Manchester United). Die ausgeprägte Winner-Mentalität der Königlichen fand in der Gestalt des Portugiesen ihre Entsprechung und trug Real den 4. Sieg in seinen 4 letzten CL-Finals (1998, 2000, 2002, 2014) ein.

Ronaldo feierte den grössten Erfolg in seiner Zeit bei Real an gleicher Stätte, wo er 2004 an der Heim-EM mit Portugal den Final gegen Griechenland verloren hatte. Statt Tränen wie jenen des damals 19-Jährigen gehen nun Ronaldos Jubel-Posen um die Welt.

Legende: Video Fussball, Champions League: Pokalübergabe Real Madrid abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
Vom 24.05.2014.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Ramón Criado, Männedorf
    Das gleiche kann man von der WM sprechen. Die WM fing erst so richtig an, ab 1974, oder sogar erst ab 1982. Von 1930 bis 1978 waren nur 13 bis 16 Nationen. Ab 1982 waren es schon 24 und ab 1998 in Frankreich waren es 32 Nationen. Ab 1990 dauert die WM vier wochen. Anfangs waren es zwei und dann ab ca. 1950 drei Wochen Spieldauer. Achtelfinale ga es erst ab 1986. Genauer genommen haben die grossen Fussballnationen wie BRD-ARG-ITA und BRA je zwei WM-Titel. FRA und ESP haben 1 WM-Titel.
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  • Kommentar von KPD, Fulham Road
    Dieses ewige gejaule über "die ersten sechs [...] sollten nicht zählen" geht mir auf die Nerven. Natürlich ist es nicht vergleichbar es war ja auch ne völlig andere Zeit aber das muss nicht heißen dass man die Titel nicht zählen. Real war halt schon damals das Maß der Dinge in Europa. Wäre das ihr Lieblings Verein würen sie genauso feiern. Nur weil Sie kein Real Fan sind muss das nicht heißen das die das nicht verdient hätten. - Ich bin auch nicht Real-Fan. Ich bin Chelsea/Bale/Ancelotti-Fan.
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    1. Antwort von Silberling, Silberland
      Das einzig positive an Reals 50er Jahre Erfolge ist das sie damals noch keine x100mio fache Steuerschulden hatte. Es reichte aber durchaus von der Diktatur Francos zu profitieren. Zum sportlichen: Athletico hat mit viel ehrlicher Arbeit eine super Saison gespielt. Den Sieg hätten sie verdient gehabt. Schaut so aus als ob die ominöse 93isgste min Urlaub in Lissabon macht.
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  • Kommentar von Martin Steiger, Thalwil
    Als ob die Titel aus den 50er Jahren mit denen von heute vergleichbar sind. In der Anfangszeit des Meistercups hatte Real Madrid ja kaum ernstzunehmende Gegner. Auch nahmen viel weniger Mannschaften teil.
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