«Es war nicht lustig» – Portos bitterer Abgang

Die erste Niederlage in der laufenden Champions-League-Saison könnte beim FC Porto Spuren hinterlassen. Fällt das zuvor begeisternde junge Team nach dem 1:6 in München auseinander? Schon am Sonntag kommt es bei Erzrivale Benfica zum Charakter-Test.

Jackson Martinez kauert auf dem Münchner Rasen

Bildlegende: Dürfte sein letztes CL-Spiel für Porto bestritten haben Jackson Martinez. Keystone

«Wir sind traurig, aber wir haben eine tolle Kampagne abgeliefert in dieser Champions League. In 11 Spielen war dies unsere einzige Niederlage», resümierte Coach Julen Lopetegui in der bitteren Stunde. Seine Erklärungen für das Debakel waren nicht gerade erhellend: «Es gibt etwa 400 Spiele Unterschied zwischen den beiden Teams in der Champions League.»

Lopetegui sprach aus, was alle gesehen hatten. Porto sei in der ersten Halbzeit nicht auf der Höhe gewesen. «Wir hatten keinen Ballbesitz und dann wird es gegen ein Team wie die Bayern schwer», erklärte er.

Trauer bei Porto – Freude bei Benfica

Die Analyse von Verteidiger Bruno Martins Indi fiel schonungslos aus: «Eine derartige Niederlage hinterlässt Spuren in einem Team.» Der Niederländer musste auf der linken Aussenbahn Alex Sandro vertreten und war damit genauso überfordert wie der junge Diego Reyes auf der anderen Seite. Die Absenzen von Danilo und Alex Sandro wollte Coach Lopetegui aber nicht als Ausrede gelten lassen, auch wenn Pep Guardiolas Strategie klar auf das Spiel über die Aussen ausgerichtet gewesen sei.

«Dieses Team wird wieder aufstehen, machen Sie sich keine Sorgen», meinte der Spanier. Viel Zeit, um die herbe Klatsche zu verdauen, bleibt Porto nicht. Bereits am kommenden Sonntag steht das Auswärtsspiel bei Benfica Lissabon an. 3 Punkte liegt der Rekordmeister vor Porto, die Entscheidung im Titelkampf könnte fallen.

Bereits während des Viertelfinal-Rückspiels in München heizten die Benfica-Spieler den Klassiker an. Ola John sorgte nach dem 3:0 durch Robert Lewandowski mit einem Post auf Twitter für Aufregung (er freute sich über das Tor der Bayern), der Niederländer löschte den Eintrag nach heftigen Reaktionen später aber wieder. Und der Argentinier Eduardo Salvio stocherte mit seinem Lob an die Adresse von Thomas Müller in der Wunde des Erzrivalen.

Wohin geht Jackson Martinez?

Trost gab es für die Porto-Stars immerhin bei der Ankunft. Am Flughafen richteten die treusten Fans die Spieler wieder auf. Doch auch wenn Porto noch Meister werden sollte: Der alljährliche Umbruch im Kader dürfte nicht mehr aufzuhalten sein. Captain Jackson Martinez betrieb mit 7 CL-Treffern in der laufenden Kampagne beste Eigenwerbung und steht auf dem Absprung. Auf die Frage, ob er sein letztes Europacup-Spiel im blau-weissen Trikot absolviert habe, sagte der Kolumbianer: «Ich weiss es nicht.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 21.04.14 20:00 Uhr

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Bayern-Porto, die Live-Highlights

4:46 min, vom 21.4.2015