Lichtsteiner: «Solche Duelle gehören zum Fussball»

Stephan Lichtsteiner steht mit Juventus Turin vor dem Einzug in die Champions-League-Viertelfinals. Beim 3:0-Erfolg gegen Celtic Glasgow musste der Schweizer Nati-Spieler tatkräftig in der Defensive mithelfen - und machte sich dabei keine Freunde.

Juventus-Aussenspieler Stephan Lichtsteiner und Celtic-Stürmer Gary Hooper lieferten sich am Dienstagabend im «Celtic Park» ein Privatduell: Bei Eck- und Flankenbällen wurde gerissen, geschubst, geklemmt und provoziert. Als Folge dieser Rangeleien verwarnte Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco die beiden Streithähne in der 37. Minute - die Gemüter jedoch beruhigten sich auch in der Folge kaum.

«Habe die Hände immer oben gelassen»

Auf Twitter musste Lichtsteiner für seine Kampfeslust Häme einstecken - vor allem von der Insel. «Lichtsteiner ist ein unglaublich lästiges menschliches Wesen», so BBC-Moderator Gary Lineker in seiner gewohnt zynischen Art. Und Stoke-Stürmer Michael Owen schrieb: «Celtic hätte viel mehr verdient. Ich bin genervt, so viele dreckige Tricks der Italiener miterlebt zu haben.» Und Marseille-Spieler Joey Barton meinte: «Die Italiener verbiegen und verdrehen die Regeln des Spiels.»

Stephan Lichtsteiner (l.) und Gary Hooper gerieten mehrmals aneinander.

Bildlegende: Dauerbrenner Stephan Lichtsteiner (l.) und Gary Hooper gerieten mehrmals aneinander. EQ Images

«Solche Duelle gehören zum Fussball», verteidigte sich Lichtsteiner nach dem Spiel. Der Schweizer Nati-Spieler erklärte gegenüber Sky Sports: «Meine Aufgabe war es, die Celtic-Spieler von unserem Torhüter fernzuhalten. Denn wir wussten um ihre Stärke bei Standards.» Er habe seine Hände nie unfair eingesetzt, so der 29-Jährige, er habe sie immer oben gelassen.

«Wir haben sehr intelligent gespielt»

Trotzdem sah sich Lichtsteiner gegen Celtic mit einer ungewohnt defensiven Rolle konfrontiert. Der Luzerner konnte sich nur selten in die Angriffe seiner Mannschaft einschalten, zu sehr musste er gegen laufstarke Schotten nach hinten absichern. Lichtsteiner hatte für Celtic denn auch viel Lob übrig: «In der 1. Halbzeit hatten wir das Gefühl, sie seien mit einem Mann mehr auf dem Platz. Sie betrieben extrem hohes Pressing und das Publikum war unglaublich.»

Doch Lichtsteiner betonte, dass man sehr gut auf das Spiel vorbereitet gewesen sei: «Wir warteten auf unsere Chancen, liessen hinten wenig zu und waren vorne abgebrüht», freute er sich. «Wir haben sehr intelligent gespielt.» Trotzdem will er noch nichts davon wissen, dass die Begegnung schon entschieden sei: «Das 3:0 ist die halbe Miete. Im Fussball aber ist immer alles möglich.» Das Rückspiel findet am 6. März in Turin statt.