Oblak: Atleticos teuerster (Ersatz-) Torhüter wird zum Helden

Obwohl das Madrider Derby im Champions-League-Viertelfinal ohne Sieger geendet hat, gab es am Schluss einen Gewinner: Atletico-Keeper Jan Oblak. Der Slowene wurde nach der Partie von Mit- und Gegenspielern gelobt.

Er ist der teuerste Torhüter, den Atletico Madrid je verpflichtet hat. 16 Millionen Euro überwies der spanische Meister im vergangenen Sommer an Benfica Lissabon, um Jan Oblak als Nachfolger für den zu Chelsea abgwanderten Thibaut Courtois zu verpflichten. Doch für den Slowenen hiess es erst einmal: hinten anstehen.

(Noch) Wenige Einsätze diese Saison

Erst 4 Meisterschaftspartien hat der 22-Jährige absolviert. In der Champions League stand er bisher dreimal zwischen den Pfosten. Die eigentliche Nummer 1 ist Miguel Angel Moya. Oder war. Nach seinem starken Auftritt gegen Real Madrid scheint es alles andere als in Stein gemeisselt, dass Oblak auch in Zukunft auf der Bank Platz nehmen muss.

Seit der 20. Minute des CL-Achtelfinal-Rückspiels gegen Bayer Leverkusen ist Oblak wieder am Zug. Mit seinem Paraden im Elfmeterschiessen brachte er Atletico ein Runde weiter, im Viertelfinal-Hinspiel gegen Erzrivale Real (0:0) war er die überragende Figur.

«Er war der Held des Abends»

«Oblak war der beste Spieler auf dem Platz. Er war fantastisch», lobte ihn sein Gegenüber Iker Casillas. «Oblak hat seinen Job grossartig erledigt», anerkannte auch Real-Trainer Carlo Ancelotti. Seine Mitspieler wussten, bei wem sie sich über das 0:0 zu bedanken hatten. «Oblak ist der Held des Abends. Er hat uns das Unentschieden gerettet», sagte etwa Fernando Torres.

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Oblaks Paraden gegen Real

1:36 min, vom 15.4.2015

Im September gegen die Schweiz?

An einem Oblak in dieser Verfassung könnte sich auch bald die Schweiz die Zähne ausbeissen, wenn es am 5. September im EM-Qualispiel gegen Slowenien geht. Zwar ist der 22-Jährige auch in der Nationalmannschaft noch die Nummer 2 hinter Samir Handanovic. Überzeugt er aber weiterhin bei Atletico, dann wird er auch dem Inter-Keeper eher früher als später den Rang ablaufen.

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 14.04.2015, 20:00 Uhr