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Champions League Paulo Sousa: Der vielkritisierte Taktiker

Seit dem Sommer hält Coach Paulo Sousa beim FC Basel die Fäden in der Hand. Mit seiner taktischen Ausrichtung und den vielen Positionswechseln hat sich der Portugiese nicht nur Freunde gemacht. Trotzdem will er an seiner Philosophie festhalten - auch im CL-Spiel gegen Liverpool.

Legende: Video Paulo Sousa im «sportlounge»-Gespräch abspielen. Laufzeit 10:50 Minuten.
Aus sportlounge vom 29.09.2014.

Auf den ersten Blick scheint beim FC Basel alles wie immer zu sein. Wie so oft in den vergangenen Jahren stehen die Rot-Blauen nach 10 Spieltagen an der Spitze der Tabelle. Auch in der Champions League sind die Basler als Meister der vergangenen Spielzeit wieder engagiert. Und trotzdem ist beim FCB unter dem neuen Trainer Paulo Sousa in dieser Saison vieles anders.

Sousas 5-Momente-Taktik

Der 44-jährige Portugiese hat bei Basel so ziemlich alles auf den Kopf gestellt. Statt auf eine Stammelf setzt Sousa auf ein Rotationsprinzip, lässt seine Spieler auf neuen, für sie ungewohnten Positionen auflaufen. Auch Spieler, die unter Murat Yakin noch einen Stammplatz hatten, müssen sich unter Sousa zeitweise mit der Reservistenrolle begnügen.

Dass seine Philosophie nicht überall Anklang findet, ist Sousa bewusst. Von seiner Spielidee ist der ehemalige Juve-Star dennoch überzeugt. «Ich teile den Fussball in 5 Momente auf: Defensive Organisation, offensive Organisation, das Umschalten von Offensive auf Defensive und umgekehrt sowie Standardsituationen», erklärt Sousa. Wolle man ein Spiel gestalten, brauche man Spieler, die sowohl stürmen als auch verteidigen können, ist er überzeugt.

Keine taktische Änderung gegen Liverpool

Nicht nur in taktischer Hinsicht hat Sousa bei Basel viel verändert. Auch was den Trainings-Alltag eines Profis angeht, hat der 51-fache Internationale klare Vorstellungen. So beginnt für ihn die Teambildung etwa beim gemeinsamen Frühstück. «Ein Profi muss für seinen Beruf leben. Die Teamkollegen, das Stadion und das ganze Umfeld muss für ihn ein Teil seiner Familie sein», so seine Forderung.

Gefordert sein wird sein Team auch am Mittwoch, wenn der FC Liverpool zum 2. CL-Gruppenspiel im St. Jakob-Park gastiert. Was die Aufstellung betrifft, liess sich Sousa verständlicherweise nicht in die Karten blicken. An seiner Taktik, nicht nur hinten rein zu stehen sondern mitzuspielen, wird er aber kaum etwas ändern. «Wenn wir die gleichen Statistiken haben wie gegen Madrid, aber ein wenig effizienter sind, dann haben wir gute Chancen, das Spiel zu gewinnen», so Sousa.

Sendebezug: SRF zwei, sportlounge, 29.09.14, 22:25 Uhr

TV-Hinweis

TV-Hinweis

SRF zwei überträgt die CL-Partie zwischen Basel und Liverpool am Mittwoch ab 20:00 Uhr live. Zudem gibt es das Spiel im Livestream zu sehen.

20 Kommentare

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  • Kommentar von S.P, Basel
    Ihr scheint mir ja ein Haufen versierter Experten zu sein. PS hat eine Vorstellung, eine Idee und weiss wie er diese umsetzen möchte. Die Herren Knup und Häusler sind mit Sicherheit seit dem Beginn der Zusammenarbeit über diese informiert und auch mit ihnen einverstanden, sonst hätten sie sich kaum für Sousa entschieden. Jede Umstellung braucht Zeit um zu greifen, das ist ja wohl nicht neues. Und an den Herrn M. aus Zürich; vielen herzlichen Dank für ihre kompetente Prognose ;)
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  • Kommentar von Maximum Likelihood, Basel
    Die Statistik ist ein Hilfsmittel, jedoch kein Allheilmittel. Der Spieler der die grösste Distanz hinterlegt hat, dabei jedoch nur im Kreis gerannt ist, hat überhaupt nichts geleistet, dito mit der Passquote. Wenn sich 2 Verteidiger 20x den Ball zuschieben, so haben diese eine top Quote, aber 0 Leistung erbracht. Er hätte lieber etwas über Kausalität und falsche Anreize gelernt als sich an den Zahlen zu ergötzen. Falls die Statistik jener von Madrid ähnelt sage ich einen Schiffbruch voraus.
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    1. Antwort von Michael Bühler, Bern
      So wie sich Sousa nach Ihnen über Zahlen ergötzt, ergötzen Sie sich an einigen wenigen Sätzen, um darauf ihre Kritik aufbauen zu können, welche für Sie wahrscheinlich auch wahnsinnig klug klingt. Come on? Denken Sie ernsthaft, dass Sousa Ihnen bei Ihren Äusserungen nicht auch zustimmen würde? Bin immer wieder erstaunt, für wie naiv gewisse Leute Trainer halten.
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    2. Antwort von Michael Bühler, Bern
      Zudem muss man sich in der Aussendarstellung als Trainer auch an gewisse Dinge halten - im Bewusstsein, dass sie nicht die ganze Wahrheit abdecken.
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  • Kommentar von Tobias Tschechtelin, Breitenbach
    Aber trotzdem ist der FCB wieder Tabellenführer... Letztes Jahr ist Basel sogar noch schlechter in die Saison gestartet und wurde trotzdem Meister. Und ich meine es ist besser mit offensivem Fussball ein paar Spiele mehr zu verlieren, als mit Angsthasenfussball 16 Unentschieden zu spielen (wie letztes Jahr)
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    1. Antwort von Sandra Borner, Basel
      Nur - wer die Spiele gesehen hat weiss, dass Basel nur Tabellenführer ist, weil die anderen Mannschaften noch schlechter sind bzw. die Gegner nicht von den Schwächen vom FCB profitieren... Attraktiver Fussball sieht definitiv anders aus!
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    2. Antwort von Andi, Luzern
      Richtig Sandra und wir haben 25 für Schweizer Verhältnisse überdurchschnittliche Spieler, darum müssen wir beim Chaos, was dieser Immense Trainerstab verursacht, hoffen das es wenigstens die Spieler die jeweils aufgestellt werden richten.Ich finde der FCB ist professionell geführt, bis anhin habe ich immer gesagt die anderen Klubs können lernen, nun frage ich mich wie lange lässt diese Führung dieses teure Chaos noch zu??? Herr Häusler und Adrian Knup ihr seit in der Verantwortung!!! So Nüme!!!
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    3. Antwort von Benedikt Zingg, Basel
      in den letzten jahren wurde basel wegen der schwachen konkurrenz meister. bisher finde ich die vorstellungen des fcb in dieser saison nicht so schlecht wie sie dargestellt werden. was aber angst macht, ist die nervosität, die von aussen her hineingetragen wird. wir können die saison erst nach dem 36. spieltag bewerten, vorher macht das keinen sinn. nicht mal barcelona unter guardiola konnte einfach durchmarschieren, rückschläge sind "part of the game".
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    4. Antwort von Benedikt Zingg, Basel
      andi: wie du richtig sagst sind 25 meist überdurchschnittliche spieler im kader. aber kannst du dir auch vorstellen, dass es schwierig ist, alle bei laune zu halten? ein probates mittel dazu ist die rotation. die schwäche dieses systems ist, dass der mannschaft die stabilität fehlt. ich frage mich wie du nach nur 3 monaten schon den rauswurf von PS herbei wünschen kannst (populismus?)!? knup ist übrigens für den nachwuchs zuständig, womit deine kompetenz schon arg in frage gestellt ist.
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    5. Antwort von Andi, Luzern
      Aber nach 36 Runden ist dann zu spät zum reagieren,wenigstens bringt er nun wohl endlich bisschen mehr Konstanz in die Mannschaft wenn er hinten mit Xhaka, Schär,Suchy und Safari spielen würde,bin ja gespannt wie das heute Abend aussieht!Und Sorry die Leistungen gegen GC, Vaduz, Thun waren schlecht und hat von 9 möglichen Punkten 4 gebracht!!! Viel zu wenig! ich habe kein Problem wenn man bei Real so untergeht ist für mich nur die Folge was man wöchentlich in der Meisterschaft sieht! Hopp FCB
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    6. Antwort von Andi, Luzern
      Hallo Beni Z.erstens arbeite ich nicht auf den Rauswurf hin,von Populismus halte ich schon gar nichts,aber eine gewisse Kritik muss und darf angebracht werden. Aze Knup ist Vize Präsident denkst Du im Ernst er hat nichts zu sagen??Zusammen mit Heitz und Häussler wird da wohl offen und intensiv diskutiert,was ich mir zumindest wünsche,das wir beim FCB nicht so allein Herrscher haben, Natürlich ist es schwierig soviel bei Laune zu behalten,daher Rotation wo es Sinn macht,nid Xhaka in Innen V.etc.
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