Sind Reals Bankdrücker gut genug?

Titelverteidiger Real Madrid geht geschwächt ins Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atletico. Spieler, die in dieser Saison kaum zum Zug kamen, sollen nun den Kopf von Coach Carlo Ancelotti retten.

Javier «Chicharito» Hernandez sitzt auf der Ersatzbank

Bildlegende: Fristete lange ein Schattendasein bei Real Javier «Chicharito» Hernandez. Imago

Real Madrid hat ein Problem. Ausgerechnet vor dem wegweisenden Viertelfinal-Rückspiel gegen Stadtrivale Atletico fallen 4 wichtige Teamstützen aus. Auch die sonst bestens informierten Medien in der spanischen Hauptstadt rätseln, welche Truppe Coach Carlo Ancelotti ins Rennen schicken wird. Der Italiener hat zwar viele Optionen, gleichwertig kann er Luka Modric, Gareth Bale, Karim Benzema und Marcelo (gesperrt) aber nicht ersetzen.

Ancelotti hat kaum Alternativen

War die Ersatzbank Reals in vergangenen Jahren noch erstklassig bestückt, bietet sie aktuell kaum valable Alternativen. Das liegt auch daran, dass der Abgang von Spielern wie Sami Khedira (immerhin Weltmeister) und Fabio Coentrao im Sommer beschlossene Sache ist. Auch die Tage von Asier Illarramendi, Jese Rodriguez und Javier Hernandez dürften gezählt sein. Bleibt noch Neuzugang Lucas Silva, der gleich selbst seine Ausleihe im Sommer vorgeschlagen hat.

Gemeinsam ist den Ersatzspielern nicht nur, dass sie wohl bald alle weg sind. Auch ihre Einsatzminuten sind ähnlich spärlich gesät. Nun sollen ausgerechnet sie das Out im CL-Viertelfinal verhindern und Ancelottis Kopf retten. In die Karten hat sich der 54-Jährige noch nicht blicken lassen. Im Sturm dürfte aber Javier «Chicharito» Hernandez zum Handkuss kommen. Der Mexikaner vertrat Bale in den letzten 2 Meisterschaftsspielen und konnte mit einem Tor und einer Torvorlage auf sich aufmerksam machen.

Trifft Atletico, wird es eng für Real

Die Ausgangslage ist simpel und trügerisch zugleich: Gewinnt Real, geht das Abenteuer Titelverteidigung weiter. Gibt es ein Unentschieden mit Toren, zieht Atletico in die Halbfinals ein. «Sie werden keine Eile haben, den ersten Treffer zu erzielen, aber wir auch nicht», kündigte Ancelotti an. Er weiss nur zu gut, dass ein Gegentor die eigenen Chancen arg schmälern würde.

Die Kunst des Verteidigens beherrscht zurzeit jedoch kaum ein anderes Team so gut wie Atletico. Coach Diego Simeone ist zwar Argentinier, gilt aber als «italienischster» Trainer in Spanien. Am rot-weissen Bollwerk biss sich Real zuletzt die Zähne aus. In den letzten 7 Spielen seit dem CL-Final im vergangenen Jahr gab es keinen Sieg für die Weissen. Aufgrund der Ausgangslage und der Auswärtstorregel wird Atletico aber gerade in diesem Spiel den Torerfolg suchen müssen. Simeone verspricht viel: «Das sind Spiele, die nimmer wiederkehren. Man muss sie geniessen.»

Mögliche Aufstellungen:

Real: Casillas; Carvajal, Varane, Ramos, Coentrao; Isco, Kroos, Illarramendi, James Rodriguez; Hernandez, Cristiano Ronaldo.

Atletico: Oblak; Juanfran, Miranda, Godin, Gamez; Turan, Tiago, Koke, Saul Niguez; Griezmann, Mandzukic.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 14.04.2015, 20:00 Uhr

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Das Viertelfinal-Hinspiel zwischen Atletico und Real

3:27 min, vom 14.4.2015

TV-Hinweis

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Verfolgen Sie das CL-Rückspiel zwischen Real Madrid und Atletico ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei oder auf www.srf.ch/sport.