Streller: «Habe gemerkt, wie sehr mir der Fussball fehlt»

Marco Streller ist rechtzeitig für den Champions-League-Knüller gegen Liverpool wieder fit geworden. Fast zwei Monate hatte der FCB-Captain zuvor nach einem Bandscheibenvorfall pausieren müssen. Diese Zwangspause machte dem Routinier bewusst, wie stark er seine Mannschaft und den Fussball vermisst.

Marco Streller will mit dem FCB weitere Erfolge feiern.

Bildlegende: Immer noch hungrig Marco Streller will mit dem FCB weitere Erfolge feiern. EQ Images

Integrationsfigur, Antreiber oder Teamleader. Zu Marco Streller passen viele Substantive. Am Samstag stellte der Routinier in Luzern jedenfalls einmal mehr unter Beweis, wie wichtig er für den FC Basel noch immer ist. Mit zwei Weltklasse-Assists auf Matias Delgado – einer davon spektakulär im Fallen – hatte Streller sehr grossen Anteil am 3:0-Erfolg des FCB.

Verletzungspause und Zukunftsgedanken

Dass er bereits gegen den FCL wieder zu einer der spielentscheidenden Figuren avancieren würde, war nicht selbstverständlich. Fast zwei Monate fiel der 33-Jährige verletzungsbedingt aus – er hatte sich in der Champions-League-Partie gegen Liverpool am Rücken verletzt (Diskushernie). Sofort machten sich bei Streller Zweifel breit: «Wenn du dich eine Woche nicht bewegen kannst, fragst du dich schnell, ob es das bereits gewesen ist mit der Karriere». Die Ärzte gaben zum Glück schnell Entwarnung.

«Pipi», wie Streller von den Basler Fans genannt wird, nutzte die verletzungsbedingte Auszeit, um sich über seine Zukunft klar zu werden. Im Anschluss an sein Comeback-Spiel beim FCZ gab er bekannt, ein weiteres Jahr am Rheinknie anzuhängen. «Während der Verletzung habe ich gemerkt, wie sehr mir der Fussball fehlt», begründete er den erneuten Vertrauensbeweis zum Schweizer Meister.

Liverpool-Match als Bestätigung

Bereits im August hatte Streller ein attraktives Angebot von Premier-League-Klub West Ham auf dem Tisch gehabt. Er lehnte es ab und unterstrich damit seine Liebe zum FCB – berechtigterweise, wie sich spätestens knapp 2 Monate danach herausstellen sollte.

Denn beim 1:0-Heimsieg über Liverpool erlebte Streller als goldener Torschütze einen weiteren magischen Abend in Rot-Blau. «Diese Partie hat mir gezeigt, dass ich immer noch mithalten kann auf diesem Niveau», meint er rückblickend. Diese Erfahrung sei wichtig gewesen, habe sie ihn doch in seiner Entscheidung für ein weiteres Jahr als Profi beim FCB zusätzlich bestätigt.

Nächster Höhepunkt in England

An der Anfield Road bietet sich dem wiedergenesenen Captain am Dienstag nun die Möglichkeit, das nächste Kapitel in der Basler Champions-League-Historie zu schreiben. Dabei dürfte Streller in Liverpool vor allem eines Hoffnung machen: Englische Teams liegen ihm. Bei den 2:1-Siegen gegen Chelsea (2013) und Manchester United (2011) trug sich der «Oldie» in die Torschützenliste ein.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 08.12.14 18:45 Uhr

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Zusammenfassung Luzern - Basel

5:45 min, aus sportaktuell vom 6.12.2014