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Champions League Warum es in Madrid drunter und «Drüberkusen» ging

Gleich 3 Schützen setzten den Ball im Elfmeter-Krimi zwischen Atletico und Bayer Leverkusen über das Tor. Der Ernstfall lasse sich kaum proben, erklärte Atletico-Coach Diego Simeone das Versagen.

Legende: Video Das kuriose Penaltyschiessen in Madrid abspielen. Laufzeit 3:01 Minuten.
Aus sportlive vom 18.03.2015.

Schweizer Fussball-Fans erlebten am späten Dienstagabend eine Art Déjà-vu. Als die Spieler von Atletico und Leverkusen gleich reihenweise vom Penaltypunkt scheiterten, sah sich manch einer an den WM-Achtelfinal 2006 zwischen der Schweiz und der Ukraine erinnert.

Häme für Leverkusen

Er hätte beim Auswählen seiner Spieler im Nachhinein anders gehandelt, räumte Leverkusens Trainer Roger Schmidt an der Medienkonferenz ein. Fast schon fahrlässig hatten Ömer Toprak und Hakan Calhanoglu ihre Elfmeter vergeben. Und dies obwohl Calhanoglu als Spezialist gilt. «Wir können normalerweise besser spielen - und wir können normalerweise auch besser Elfmeter schiessen», sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler. Auswärts sei dies aber vielleicht etwas schwieriger – wegen den Pfiffen – argumentierte Schmidt.

Wie dem auch sei. Auf dem letzten Schützen lastet wohl der grösste Druck. So erstaunte es nicht, dass Stürmer Stefan Kiessling den entscheidenden Versuch über das Tor jagte. «Wie einst Uli Hoeness 1976 in Belgrad», schrieb die Süddeutsche Zeitung. «Drüberkusen», brachte 11 Freunde das Penaltyproblem auf den Punkt.

Bäume sind keine Menschen

Atletico-Trainer Simeone bemühte sich kurz nach Spielschluss, Erklärungen für das kollektive Versagen zu suchen. Denn es war Raul Garcia, der das Spektakel mit einem Schuss über das Gehäuse eröffnet hatte. Der Argentinier zog einen bildhaften Vergleich heran: «Es ist sehr schwierig, Penaltyschiessen zu üben mit ein paar Bäumen hinter dem Tor. Das hat nichts mit der Realität zu tun, die Müdigkeit und die Emotionen spielen im Training keine Rolle. Es ist doch etwas ganz anderes, vor 55'000 Zuschauern anzulaufen und dann stelle man sich auch noch die Leute an den Bildschirmen vor.»

Sendebezug: SRF info, «sportlive», 17.3.2015, 20:00 Uhr

3 Kommentare

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  • Kommentar von Simon, Bern
    Genau deswegen sind für mich Penaltyschiessen auch keine "Lotterien", wie es unterlegene Mannschaften oft anführen. Ob man einen Penalty versenkt oder nicht, ist weniger eine Frage von Glück, sondern von Können und Nervenstärke. Bei einem gut geschossenen Penalty hat der Torhüter keine Abwehrchance.
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  • Kommentar von Christoph Hodel, 5405 Baden-Dättwil
    früher war ich auch der Meinung, dass man den Druck eines Penaltyschiessen nicht richtig trainieren kann. Ein Trainer-Ausbildner hat mir darauf aber geantwortet, dass man dies durchaus zum Beispiel in einem Trainingsspiel trainieren kann. In dem das geschossene Tor nur zählt, wenn danach ein Penalty geschossen werden muss und dieser auch ins Tor geht.
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  • Kommentar von O. W., Bern
    Beide Trainer haben völlig Recht. Elfmeterschiessen ist reine Nervensache und man muss einen "Plan" haben. Entscheidet man spontan, wird man mit Sicherheit eher versagen. Und auch Schmidt hat Recht: Seine Schützenwahl ist nicht nachvollziehbar und wieso Calhanoglu so schlecht schiesst, ist mir ebenfalls ein Rätsel. Alles in allem hat die konkurrenzfähigere Mannschaft gewonnen, welche grössere Chancen hat, dem einen oder anderen Team noch das Bein zu stellen.
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