Deutschland gegen Irland unter Zugzwang

Nach der historischen 0:2-Niederlage gegen Polen ist Deutschland in der EM-Quali am Dienstag gegen Irland auf Wiedergutmachung aus. Doch auch die noch ungeschlagenen Iren wittern gegen den Weltmeister ihre Chance.

Toni Kroos und Mats Hummels schleichen nach der 0:2-Niederlage gegen Polen mit hängenden Köpfen vom Platz.

Bildlegende: Hängende Köpfe Gegen Irland will das Löw-Team zum Siegen zurückfinden. EQ Images

Nach der unerwarteten Niederlage gegen Polen steht Deutschland in der EM-Quali unter Druck. Leistet sich die DFB-Elf gegen die unbequemen Iren einen weiteren Ausrutscher, dürfte der vermeintlich einfache Weg an die EURO 2016 plötzlich ein beschwerlicher werden.

Mangelnde Chancenauswertung

Noch ist der Ärger bei den Deutschen nicht ganz verflogen. Wut sei vielleicht das falsche Wort, erklärte Joachim Löw vor dem wichtigen 3. Qualifikations-Spiel in der Gruppe D. «Aber wir haben den Vorsatz, dass wir gegen Irland unbedingt die drei Punkte einfahren wollen», so die kämpferische Ansage des Bundestrainers.

Zweifel an der eigenen Spielphilosophie hat die 1. Niederlage im 19. Pflichtspiel gegen Polen bei den Deutschen indes keine ausgelöst. «Die Einstellung der Mannschaft und die Konzentration im Spiel waren absolut in Ordnung», bilanzierte Löw. Das Grundproblem ortete der Freiburger in der mangelnden Chancenauswertung. «Die nötige Konsequenz in den Torabschlüssen, das ist das Hauptthema für uns», sagte Löw.

Löw und das Verteidiger-Problem

Der Bundestrainer sieht sich seit dem Rücktritt von Philipp Lahm allerdings noch mit einem weiteren Problem konfrontiert: Die Besetzung der Aussenverteidiger-Position. Gegen Polen wussten weder Antonio Rüdiger noch Erik Durm wirklich zu überzeugen. Löw liess die Kritik an den beiden Youngstern allerdings nicht gelten. Man könne nicht erwarten, dass ein Weltklasseverteidiger wie Philipp Lahm über Nacht eins zu eins ersetzt wird. «Wir werden in diesem Bereich bis zur EM etwas Arbeit haben, aber ich bin sowohl von den Qualitäten von Rüdiger als auch von Durm überzeugt», sagte der 54-Jährige.

Irland trifft auf «verwundetes Tier»

Eine funktionierende Verteidigung dürfte gegen Irland von zentraler Bedeutung sein. Nach der Maximalausbeute von 6 Punkten sind die Iren wild entschlossen, auch gegen den Weltmeister zu punkten. «Wir könnten selbstbewusster nicht sein. Im Angriff haben wir gute Optionen und können Deutschland Probleme bereiten», so die Ansage von Trainer Martin O'Neill. Auch sein Assistent sieht für den ersten Sieg gegen Deutschland seit 20 Jahren gute Chancen, bezeichnete er Deutschland nach der Polen-Niederlage doch als «verwundetes Tier».

Sendebezug: SRF 1, sportaktuell, 11.10.14, 22:10 Uhr

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Zusammenfassung Deutschland - Polen

2:46 min, aus sportaktuell vom 11.10.2014