Miescher: Leben nicht mehr im Rütlischwur-Zeitalter

Die Frage, ob die Schweizer Nati ein Identifikations-Problem hat, wurde zuletzt in der Öffentlichkeit immer wieder aufgeworfen. Nun hat sich SFV-Generalsekretär Alex Miescher zum Thema geäussert - und klare Worte gefunden.

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Miescher: «Das ist 2015 Realität in der Schweiz»

1:59 min, vom 12.10.2015

So richtig wurde die Diskussion um «echte« und «falsche» Schweizer im März von Stephan Lichtsteiner angezettelt. Man müsse dafür sorgen, dass sich das Volk weiterhin mit dem Nationalteam identifizieren könne, sagte der Abwehrspieler in einem Interview und löste damit ein grosses mediales Echo aus.

Stephan Lichtsteiner.

Bildlegende: Trat mit seinen Aussagen in der «Basler Zeitung» eine Welle los Stephan Lichtsteiner. Screenshot

Intensiv geführte Diskussion

Hat die Schweizer Nati wirklich ein Identifikations-Problem? SFV-Generalsekretär Alex Miescher streitet nicht ab, dass die Meinungen darüber auseinander gehen. «Selbstverständlich ist es ein Thema, auch in der politischen Agenda. Es ist etwas, das die Schweizer Bevölkerung interessiert», sagt Miescher, fügt aber bestimmt an: «Diese Bevölkerung ist nicht mehr nur aus Appenzellern und Innerschweizern zusammengesetzt, die beim Rütlischwur dabei waren. Es hat eine Mischung gegeben.»

«  Die Spieler müssen sich für die Mannschaft, das Land und das Schweizer Kreuz verreissen. »

Alexander Miescher

Dass es Leute gebe, die Mühe haben, sich mit dieser Mannschaft zu identifzieren, sei normal. «Das sind möglicherweise jene Leute, die auch im Strassenverkehr oder am Arbeitsplatz Probleme haben», mutmasst Miescher. Die Mischung im Team sei heutzutage ganz normal. Miescher: «Es ist eine Realität der Schweiz 2015 und nicht der Eidgenossenschaft 1291.»

Granit Xhaka freut sich über Albaniens EM-Quali.

Bildlegende: Freudentränen Granit Xhaka freut sich über Albaniens EM-Quali. Granit Xhaka/Instagram

Aktionen wie jene von Granit Xhaka, der den Albanern mit Freudentränen in den Augen zur EM-Quali gratulierte, werden die Diskussion nicht so schnell abebben lassen. Sind aber in der heutigen Zeit der «Secondos» durchaus nachzuvollziehen.

Voller Einsatz ist gefragt

Gemäss Miescher ist es die Aufgabe des Verbandes, aus allen Spielern, die für die Schweiz spielen können, die bestmögliche Mannschaft zusammenzustellen.

Am Ende liege es an dieser, den Funken auf die Fans überspringen zu lasen. «Die Spieler müssen sich für die Mannschaft, das Land und das Schweizer Kreuz verreissen», sagt Miescher. Und das sei bei der aktuellen Nati definitiv der Fall.

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Euphorie in Albanien nach EM-Qualifikation

2:30 min, aus Tagesschau vom 12.10.2015

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 12.10.2015 20:00 Uhr.